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Senden

01.10.2019

Modehaus Joos schließt Ende des Jahres

Rabattsschilder am Gebäude machen es deutlich: Das Modehaus Joos in Senden schließt bald seine Pforten.
Bild: Angela Häusler

Fast 40 Jahre lang war das Geschäft eine feste Größe im Sendener Einzelhandel. Nun reagiert der Eigentümer auf das veränderte Konsumverhalten.

Die Rabattschilder am Gebäude sind nicht zu übersehen. Fast 40 Jahre lang war das Modehaus Joos im Sendener Einzelhandel eine feste Größe. Zum Jahresende 2019 aber schließt der Modespezialist im Sendener Norden seine Pforten. Grund ist das veränderte Konsumverhalten: Viele Kunden kaufen Blusen, Pullover oder Anzüge lieber im Internet.

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Eine Joos-Stammkundin aus Senden bedauert die anstehende Schließung: „Sehr schade. Ich habe dort viele Jahre lang eingekauft, habe eigentlich immer was gefunden und man wurde freundlich bedient“, sagt sie. Mit dieser Meinung ist sie offenbar nicht allein. „In den letzten Tagen erreichen uns in der Zentrale viele Anrufe von Kunden, die ihr Bedauern und ihre Enttäuschung darüber zum Ausdruck bringen, dass Joos in Senden geschlossen werden soll“, sagt Udo Dietz, Geschäftsführer der Belmodi Bekleidungs-GmbH, der Joos angehört.

Die einzige Filiale der Belmodi Bekleidungs-GmbH in Bayern

Wachsende Umsätze im Internet, aber sinkende Einnahmen im stationären Handel: Dieser wirtschaftliche Trend ist schon seit Jahren nicht mehr aufzuhalten. Und diese Tendenz schlägt sich nicht nur im Elektro-, sondern gerade auch im Modebereich stark nieder: Fast 25 Prozent des Umsatzes im Internethandel liegen mittlerweile im Bereich Fashion. Und das geht offenbar zulasten der Geschäfte vor Ort. Im vergangenen Jahr ist der Umsatz im stationären Bekleidungshandel nach Angaben des Handelsverbands Deutschland um weitere 3,1 Prozent gesunken. Die Online-Modehändler hingegen gewannen 8,1 Prozent dazu. Damit setzt sich die Entwicklung der Vorjahre fort, die viele Innenstädte und Einkaufsmeilen zunehmend ausdünnt.

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Jetzt hat es auch das Modehaus Joos getroffen, das bereits 1980 in Senden eröffnet wurde und zur Belmodi Bekleidungs-GmbH mit Sitz in Alzenau nahe Aschaffenburg gehört. Das Unternehmen für Damen- und Herrenoberbekleidung betreibt insgesamt sechs Filialen, die überwiegend im Rhein-Main-Gebiet liegen. Senden ist die einzige in Bayern.

Das Modehaus Joos hat 20 Mitarbeiter

Das Ende der Niederlassung bedauere auch das Unternehmen zutiefst, „weil uns die Schwaben, sowohl Kunden als auch unsere langjährigen Mitarbeiter, sehr ans Herz gewachsen sind“, sagt Dietz. In 40 Jahren habe sich ein großer Kreis treuer Kunden gebildet und es gebe viele Familien, die schon in dritter Generation bei Joos einkaufen. Auch zwischen dem Modehaus-Team und den Stammkunden hätten sich enge Beziehungen entwickelt. „Herz und Seele von Joos in Senden“ sei Filialleiter Reinhold Zeitler gewesen, betont Dietz. Zeitler arbeitet bereits seit der Eröffnung im Modehaus. Auch im Team, dem insgesamt 20 Mitglieder angehören, seien einige langjährige Mitarbeiter, die sich nach dem Räumungsverkauf in die Rente verabschieden werden. Die anderen müssen sich zum Januar neue Stellen suchen, man habe sich mit allen gütlich geeinigt, berichtet Dietz.

Denn für die Zukunft sei es unumgänglich, die Geschäftstätigkeit neu auszurichten, und zwar in Richtung Onlinehandel: „Wir konzentrieren uns stationär auf den Raum Frankfurt und Umgebung und werden das Online-Geschäft in den nächsten Jahren weiter deutlich ausbauen.“ Die europaweit operierende, hauseigene Online-Marke „b2 fashion“ nämlich verbuche hohe Zuwachsraten. Das Online-Geschäft solle in den nächsten Jahren deutlich ausgebaut werden. „Wir bedauern sehr, dass unsere älteste Filiale Joos von den Umstrukturierungsmaßnahmen betroffen sein wird“, fügt der Unternehmer hinzu. Was nach dem Joos-Auszug in das Haus in der Germanenstraße 6 einzieht, darüber habe er bisher keine Informationen, sagt Dietz.

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