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Universitätsklinik Ulm

07.03.2011

OP-Premiere in der Ulmer Herzchirurgie

Einer Routineuntersuchung und der Aufmerksamkeit ihres Hausarztes hat Sylvia Schabel aus Vöhringen zu verdanken, dass eine hochgradige Undichtigkeit an einer der vier Herzklappen ohne ernste gesundheitliche Konsequenzen blieb.
Bild: Privat_honoarfrei

Zum ersten Mal in der Geschichte der Ulmer Herzchirurgie wurde bei zwei Patienten eine defekte Herzklappe ausgetauscht, ohne dass das Brustbein eröffnet werden musste.

„Ich wusste gar nicht, dass bei einem solchen Eingriff nur ein kleiner Schnitt zurückbleibt“, zeigt sich Heinz Karg aus Altusried gleichzeitig verwundert und glücklich. Nur drei Tage zuvor wurde er als Notfallpatient mit schwerer Luftnot per Hubschrauber in die Herzchirurgie auf den Ulmer Safranberg gebracht. Dort operierte Prof. Dr. Andreas Liebold, seit Anfang dieses Jahres Ärztlicher Direktor der Klinik für Herzchirurgie, den 44-Jährigen umgehend mittels einer minimal-invasiven Technik, die die Eröffnung des Brustkorbs überflüssig macht - ein innovatives Verfahren, das erstmals in der Geschichte der Ulmer Universitätsmedizin angewendet wurde.

„Aufgrund eines schweren Herzfehlers mussten wir bei Herrn Karg eine Klappe ersetzen. Dabei kam eine Mini-Kamera zum Einsatz, die durch eine winzige Öffnung am Brustkorb eingeführt wird“, erläutert Prof. Liebold.

Oftmals unterziehen sich demnach Patienten viel zu spät einer Herzoperation, weil sie Angst vor dem Eingriff und dem langen Schnitt am Brustkorb haben. Mit den neuen minimal-invasiven Operationsmethoden habe die Klinik nun die Möglichkeit, auch schon in sehr frühen Krankheitsstadien Herzfehler zu korrigieren, ohne dass es zu funktionellen Einschränkungen kommt.

Einer Routineuntersuchung und der Aufmerksamkeit ihres Hausarztes hat Sylvia Schabel aus Vöhringen zu verdanken, dass eine hochgradige Undichtigkeit an einer der vier Herzklappen ohne ernste gesundheitliche Konsequenzen blieb. „Ein Fortbestehen des Herzfehlers hätte unweigerlich zu einer Herzinsuffizienz geführt und die Entwicklung von Herzrhythmusstörungen begünstigt“, ist sich Prof. Liebold sicher.

Er operierte die 47-Jährige ebenfalls minimal-invasiv und „reparierte“ ihre Herzklappe. Zurückgeblieben ist lediglich eine kleine Narbe. Heinz Karg und Sylvia Schabel konnten nach weniger als einer Woche das Universitätsklinikum verlassen. Ohne diese Operationsmethoden lägen beide Herzpatienten noch immer in ihren Klinikbetten. az

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