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28.07.2018

Räte lehnen „Luxussanierung“ des Hallenbads ab

Weil das Sendener See- und Hallenbad in die Jahre gekommen ist, stehen dringende Reparaturen an.
Bild: Symbolfoto Alexander Kaya

Die Vorschläge, die Fachleute für einen Umbau und eine Attraktivierung erarbeitet haben, sind den Fraktionen zu teuer. Jetzt müssen die Ingenieure umplanen.

Mit deutlichen Worten hat Andreas Mayer diese Woche im Sendener Stadtrat seinen Standpunkt dargelegt. Das Sendener Schwimmbad brauche „keine Luxussanierung“, schimpfte der stellvertretende Fördervereinschef. Das sahen auch die Räte so – und lassen die Ingenieure jetzt umplanen.

Dass das Sendener See- und Hallenbad in die Jahre gekommen ist, steht außer Zweifel: Vor allem das Außenbecken ist dringend reparaturbedürftig, zudem gehören veraltete Technik und eindringendes Wasser im Keller zu den akuten Problemen. Erst in der vergangenen Woche hatte Bürgermeister Raphael Bögge, wie berichtet, bei einer Begehung auf den Zustand des Bades hingewiesen und mitgeteilt, eine teure Sanierung aus Kostengründen erst 2020 angehen zu wollen.

Fachleute eines Ingenieurbüros aus Bad Urach waren seit Jahresbeginn beauftragt, in einer Machbarkeitsstudie die Sanierung des Außenbeckens und der Röhrenrutsche zu planen. Sie stellten in der Sitzung drei mögliche Varianten vor: Alle beinhalteten den Bau eines Sommer- und Winterbeckens aus Edelstahl samt Sprudelliegen, Massagedüsen und Breitrutsche. Das wäre nicht unter 2,3 Millionen Euro zu haben. Dazu käme die erneuerte Röhrenrutsche für 900000 Euro, ein neuer Kleinkindbereich, zusätzliche Sportangebote sowie Arbeiten am Heizungs- und Haustechnik. Alles in allem würde das Investitionen von rund 5,5 Millionen Euro bedeuten, fällig bis zum Jahr 2021.

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Das war den Räten viel zu viel. Es hätte ein einfacher Beckenaustausch geplant werden sollen, eine so umfassende Sanierung „brauchen wir gar nicht diskutieren“, sagte SPD-Fraktionschef Georg Schneider, „das können wir sowieso nicht bezahlen“. Der Auftrag habe ein Sommer- und Winterbecken und auch eine Attraktivitätssteigerung fürs Bad enthalten, erwiderte einer der Planer. Aus Sicht von Walter Wörtz (CSU) hätte der Verwaltung klar sein müssen, dass sich die Voraussetzungen geändert haben und das Bad bei der aktuellen Finanzlage so nicht saniert werden kann. „Wir wollen das Außenbecken ohne neue Attraktionen“, sagte er. Es gehe nicht um ein „Spaßbad“, pflichtete Anton Leger (BiSS) bei, zumal ein Winterbecken wiederum Heizkosten verursache. Seine Fraktion habe schon lange den Einbau eines Edelstahl-Beckens vorgeschlagen, das weniger als eine Million Euro gekostet hätte, sagte Leger.

Schließlich beschloss der Stadtrat, das Thema zu vertagen, bis neue, günstigere Vorschläge auf dem Tisch liegen. Das missfiel dem Bürgermeister. Er gab anderntags eine schriftliche Stellungnahme heraus: Es sei „ohne Stil“, kommentierte er, dass die Darlegungen der Planer unterbrochen wurden. Diese hätten keine Chance gehabt, ihre Ausführungen zu beenden. „Eine etwas billigere Variante konnte hingegen gar nicht erst vorgestellt werden“, schrieb Bögge. Die allerdings war auch in den Sitzungsunterlagen nicht erwähnt.

Der Schwimmbad-Förderverein immerhin dürfte Grund zur Hoffnung haben. Die Mitglieder hatten befürchtet, dass die Stadt womöglich extra teuer plane, „um hinterher sagen zu können: es geht nicht“, mutmaßte der zweite Vorsitzende Andreas Mayer. Am Ende werde dann gar nichts saniert und das Bad stattdessen zugemacht. Es gehe nicht um eine Schließung, betonte Bögge aber. Das Thema solle „in Ruhe und vernünftig bearbeitet werden“.

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