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Natur

28.11.2012

Sorge um die Baumriesen auf dem Kapellenberg

Wie steht es um die Standfestigkeit der alten Baumriesen auf dem Kapellenberg in Pfuhl? Diese Frage bewegt die Bürger.
Bild: Inge Pflüger

Linden in Pfuhl sind zum Teil sehr alt. Leiden Prachtexemplare an Altersschwäche?

Pfuhl Die knorrige Lindenallee auf dem Pfuhler Kapellenberg lockt seit Jahren zahlreiche Spaziergänger an. Nun sind etliche Bürger um die Standhaftigkeit der alten Baumriesen besorgt. Immerhin sind zwei der Prachtexemplare fast 400 Jahre alt.

Der Pfuhler Vereinsvorsitzende Hans Schäufele ist von etlichen Bürgern auf die Linden angesprochen worden. Sie könnten sich vorstellen, dass etliche Prachtexemplare zwischenzeitlich an Altersschwäche leiden und fachmännisch überprüft werden sollten.

Zustand der Bäume soll überprüft werden

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Deshalb hat Hans Schäufele einen Brief an Oberbürgermeister Gerold Noerenberg geschrieben. Darin bittet er das Stadtoberhaupt, doch überprüfen zu lassen, ob mit den Linden alles in Ordnung ist, bzw. was man im Falle eines Falles tun kann, damit die Naturdenkmäler auch weiterhin der Nachwelt erhalten bleiben. Tatsache ist, zwei der Linden wurden bereits anno 1648 gepflanzt und waren letztmals im Denkmalschutzjahr 1975 unter den Fittichen eines Baumdoktors.

Die Geschichten der Linden

Neben den zwei Friedenslinden stehen auf dem Kapellenberg noch die markanten Kaiser-, Luitpold-, Vereins- und Ulrichslinde. Auslöser für die Pflanzung der beiden Friedenslinden war der Dreißigjährige Krieg von 1618 bis 1648 und der Westfälische Frieden. Er hinterließ schlimme Spuren in Pfuhl, als 1634 durch die Kroaten fast sämtliche Häuser angezündet wurden.

Viele der Einwohner wurden dabei erschlagen. Viel Elend und Not, Plünderung und Unglück mussten die Dorfbewohner ertragen, sodass die Überlebenden nach dem Westfälischen Frieden anno 1648 die beiden Friedenslinden pflanzten.

Im denkwürdigen „Dreikaiserjahr“ 1888 wurde die „Kaiserlinde“ zu Ehren von den Kaisern Wilhelm I., Friedrich III. und Wilhelm II. gepflanzt. Innerhalb von nur drei Monaten regierten damals drei Generationen Deutschland: Auf den regierenden Kaiser Wilhelm I. folgte sein Sohn Friedrich Wilhelm als Friedrich III. Dieser jedoch litt an Kehlkopfkrebs und starb am 15. Juni 1888. Am selben Tag folgte ihm sein ältester Sohn, Friedrich Wilhelm, der als Wilhelm II. 1888 den Thron als Deutscher Kaiser und König von Preußen bestieg. 1859 in Potsdam geboren, regierte Wilhelm II. von 1888 bis 1918, er musste abdanken und floh in die Niederlande. Dort lebte er mit seiner zweiten Frau und der Familie bis zu seinem Tod im Jahre 1941.

Eine weitere Linde erinnert an Prinzregent Luitpold von Bayern (1821 bis 1912): Seine Regentschaft dauerte 25 Jahre. Er war sehr beliebt, deshalb pflanzten die Pfuhler 1911 anlässlich seines 80. Geburtstages eine weitere Linde. Die Vereinslinde, vom Vereinsring gesetzt, erinnert ebenso an Luitpold und die 1994 gepflanzte Ulrichslinde an die gelungene 750-Jahr-Feier.

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