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09.02.2015

Von Mozart bis Mexiko

Die Illersinfoniker überzeugten mit eine Bandbreite von Barock bis zu exotischen Tänzen der Gegenwart.
Bild: Florian L. Arnold

Illersinfoniker spannen im Sendener Bürgerhaus einen Bogen von Barock bis Gegenwart

Einen schwungvollen Abend von Mozart bis zur Gegenwart hatten sich die Illersinfoniker verordnet und damit einen Bogen gespannt von leichtgängiger Barock-Kammermusik bis zum Neobarock des „Pop-Concerto“ von Daniel Hellbach, das einen Höhepunkt im zweiten Programmteil bot. Eine Neugründung sind die Illersinfoniker nicht – vielmehr eine Neudefinition der Orchesterabteilung der Musikvereinigung Senden-Ay-Oberkirchberg. Diese hatte lange nach einem Dirigenten gesucht. Auch das Nachwuchsproblem setzte dem Orchester zu.

Da nahm Helmut Rank, der Leiter der Illersinfoniker, in seinem Grußwort kein Blatt vor den Mund: „Es war ein langer und kräftezehrender Weg. Vor zwei Jahren dachten manche schon, dass wir aufhören müssen.“ Mit Rustam Keil, musikalischer Direktor der Stadtkapelle Laupheim, hat man nun einen Dirigenten gefunden, der mit „dem Blick fürs Detail“ (Rank) dem Orchester neue Horizonte eröffnen soll. Im Bürgerhaus konnte sich das Publikum davon nun überzeugen.

Das Konzert begann mit Wolfgang Amadeus Mozarts „Divertimento No. 11“, seiner Schwester „Nannerl“ zugeeignet. Dies interpretierten die Illersinfoniker mit gelassener Konzentration, hier und da aber auch mit Unschärfen in den Allegropassagen. Den vielgehörten Holzschuhtanz aus Albert Lortzings Oper „Zar und Zimmermann“ gab man mit robuster Rhythmik, und bei Emile Waldteufels „Estudiantina-Walzer“ sah man so manchen den Takt des Walzers mitwippen. Mit Franz von Suppés Ouvertüre zur Oper „Dichter und Bauer“ erlebte man einen Abstecher in eine gleichermaßen amüsante wie auch überholte Schauspielmusik, die so oft zitiert und kopiert wurde, dass sie heutzutage fast kitschig wirkt. Die Illersinfoniker widmeten sich diesem Werk mit solider Umsetzung.

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Nach der Pause machte das Programm einen Sprung nach Südamerika und beglückte alle Zuhörer, denen zündende Rhythmen und Ohrwürmer liegen. Astor Piazzollas „Libertango“ wird immer gern gehört und wurde vom Orchester mit hörbarem Vergnügen geboten. Zequinha de Abreus „Tico-Tico“ war ein Dauerbrenner im Radio und machte sich live gespielt gut als Vorbote des Pop-Concertos von Daniel Hellbach. Das beinhaltete eine schöne und amüsante Mischung aus Elementen der barocken Kammermusik und des zeitgenössischen Popsongs. Die Solistin am Klavier war Bianca Wiese.

Schön klang der Abend mit einem beeindruckenden und exotischen Tanz von Arturo Marquez aus. Seinen „Danzon No. 2“ hatte Gustavo Dudamel bekannt gemacht. Es ist nur einer von vielen „Danzons“, die der 1950 in Álamos geborene mexikanische Komponist schrieb und er bleibt mit seiner Rhythmik ähnlich dauerhaft im Gedächtnis wie Maurice Ravels „Bolero“.

Viel Applaus für die Illersinfoniker, die mit diesem Konzertabend eine Visitenkarte für künftige sinfonische Auftritte ablieferten.

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