Newsticker
Söder: Müssen auf Dauer über "Sonderoptionen" für Geimpfte reden
  1. Startseite
  2. Lokales (Neu-Ulm)
  3. Wenn Senioren im Hörsaal büffeln

Herbstakademie

05.10.2017

Wenn Senioren im Hörsaal büffeln

Wolfgang Deisenroth besucht seit Jahren die Herbstakademie der Uni.
Bild: Andreas Brücken

Uni Ulm öffnet sich regelmäßig für Ottonormalverbraucher

Nach dem Ruhestand wollte Wolfgang Deisenroth etwas tun, um auch als Rentner geistig fit zu bleiben. Unter anderem engagiert sich der 67-jährige Neu-Ulmer ehrenamtlich für den Tafelladen. Doch auf Dauer lastete ihn das nicht aus. Vor fünf Jahren erfuhr er von einem Bekannten von der Herbstakademie: Eine Woche, zweimal jährlich, haben hier Erwachsene auch ohne Hochschulabschluss die Möglichkeit, sich an einem Bildungsprogramm der Universität Ulm zu beteiligen.

Seit 1992 finden die Veranstaltungen statt, die sich mit gesellschaftlichen Fragestellungen auseinandersetzen und dabei den aktuellen Stand der Wissenschaft vermitteln sollen. Getragen und organisiert werden die Seminare vom Zentrum für Allgemeine Wissenschaftliche Weiterbildung der Universität Ulm (Zawiw). Professor Ottmar Marti erklärt, dass die Ausrichtung der Programme zwar auf Menschen im „dritten Lebensalter“ konzipiert sei, jedoch alle interessierten Mitbürger willkommen seien.

Mit Vorträgen und Exkursionen sei man da schon mal bis zu zehn Stunden unterwegs, erzählt Deisenroth. Da würde man nach einigen Stunden im Hörsaal die Knochen spüren, sagt er und fügt schmunzelnd hinzu: „Die Sitzplätze sind ja auch für junge Studenten und nicht für Senioren gemacht worden.“ Doch das Angebot sei interessant und mache Spaß.“ Schließlich könne er von allen Themen etwas Wissenswertes mitnehmen.

Die Vielfalt ist groß: Zeitgenössische afrikanische Fotografie, Führungen durch das Naturkundliche Bildungszentrum oder ein Besuch in der Psychosozialen Krebsberatungsstelle sind nur einige Programme der Herbstveranstaltung. Besonders interessant war für Deisenroth in diesem Jahr ein Blick in die Arbeit der Transfusionsmedizin des Universitätsklinikums gewesen, wie er sagt: „Die logistische Leistung 130 Einrichtungen mit Blutkonserven im ständigen Wettlauf mit der Zeit zu versorgen, war faszinierend.“ Von der Arbeit der Universtät, die sonst so weit entfernt auf dem Eselsberg liegt, habe er einen guten Eindruck gewonnen. Es sei doch erfreulich, dass in der Region eine junge Uni etabliert sei, die sich vor den altehrwürdigen Instituten wie in Heidelberg oder Konstanz nicht verstecken bräuchte.

Die diesjährige Herbstakademie ist bereits geschlossen. Interessierte können aber bereits den Termin für 2018 im Kalender eintragen: 17. bis 21. September.

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren