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Neuburg

17.02.2015

„Auch wir müssen Geld verdienen“

Symbolbild
Bild: Alexander Kaya

Girokonten sind teurer geworden. Die Neuburger Rundschau hat sich bei den lokalen Banken umgehört und wollte wissen, warum das so ist

Sparkasse Neuburg-Rain: Geht es um die Girokonten, kochen bei dem sonst so rationalen Banker Rupert Heckel die Emotionen hoch: „Wir Sparkassen werden gerade für eine Situation gegeißelt, die wir nicht herbeigeführt haben. Ausbaden aber müssen wir die Niedrigstzinsen schon. Und die gehen richtig an unsere Substanz“, ärgert sich der Pressesprecher der Sparkasse Neuburg-Rain. Die Zinsspannen würden überall wegbrechen, so Heckel. Am Girokonto habe die Sparkasse noch nie verdient. Das sei eher der Anreiz, um den Kunden ins Haus zu bekommen. „Jede Geldbewegung kostet uns aber Geld.“ Ein Paradebeispiel sei das kostenfreie Girokonto bei der Sparkasse. Hat der Kunde im Monatsdurchschnitt mindestens 1500 Euro Guthaben auf dem Konto, sind alle Geldbewegungen wie Überweisungen oder Einzüge kostenlos. Früher habe man mit dem Geld der Kunden planbar arbeiten können und die Ausgaben bei den Girokonten mit den Zinsen der Guthaben wieder hereingeholt. „Bei den heutigen Zinsen sind die Spannen nicht mehr vorhanden. Wir müssen also überlegen, wie wir die Ausgaben kompensieren.“ Andere Sparkassen hätten bereits massiv erhöht. „Wir wollen unser Filialnetz halten, wir wollen unseren Service vor Ort halten. Und wir haben den Kunden gerne in unserer Bank. Deshalb wollen wir vor Ort präsent sein.“ Den spürbaren Unmut mancher Kunden müssten oft die Mitarbeiter in den Filialen ausbaden. „Die Erwartungshaltung mancher Kunden geht gegen null Kosten bei bestem Service.“ Heckel sieht vor allem die kleinen Regionalbanken in den großen Sack der Weltfinanz gesteckt und mit als Buhmann identifiziert. „Irgendwann wird es vielleicht heißen: Früher gab es Sparkassen, da war die Welt noch in Ordnung.“

HypoVereinsbank: Papierüberweisungen gebe es so gut wie nicht mehr, meint Ralf Horak, Pressesprecher bei der HypoVereinsbank, die auch in Neuburg eine Filiale unterhält. „Wir bieten unseren Kunden viele Möglichkeiten für ihren Geldverkehr, wie die Überweisung über mobile banking oder unsere SB-Terminals. Dort kann die Papierüberweisung auch eingescannt werden.“ An der Preisschraube will die Hypo erst mal nicht drehen. „Wir haben mit unseren vier Kontotypen für jeden Kundentypen etwas dabei.“ Meist nutze der Kunde eh alle Möglichkeiten, vom Online-Banking bis hin zur Beratung in der Filiale. Und da der Aufwand bei Papierbuchungen um einiges größer sei als im Online-Banking, müsse diese Leistung auch extra verrechnet werden.

Raiffeisen-Volksbank: Die Raiba hat ihr kostenloses Girokonto ab einem bestimmten Mindestguthaben schon vor zwei Jahren im Grundsatz abgeschafft. Bankdirektor Werner Halbig erklärt auch warum. „Wir hatten Kunden, die nur unser Kostenlosangebot nutzten, ihre restlichen Bankgeschäfte aber mit anderen, häufig Online-Banken, abwickelten. Girokonten und deren Geldbewegungen kosten aber auch uns Geld. Und mit einer solchen Trittbrettfahrer-Mentalität können wir unser Haus nicht erhalten.“ Halbig will die Preise möglichst transparent halten. Da mit Zinsen kein Geld mehr zu verdienen ist, müssten Gebühren erhoben werden. „Nur in Deutschland sind die Serviceleistungen einer Bank kostenlos.“ Und nur in Deutschland gebe es Kunden, die Leistung ohne Gegenwert wollen. Das gehe auf Dauer nicht. „Am Ende des Tages müssen auch wir Geld verdienen, um unsere Filialen zu unterhalten und die Mitarbeiter zu bezahlen.“ Das kostenlose Girokonto gibt es deshalb nur für die Stammkunden, die die Raiffeisen-Volksbank auch bei anderen Geldgeschäften nutzen.

Jugendliche dürfen übrigens bei allen Banken auf ein kostenfreies Girokonto und auf eine Bankkarte hoffen.

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