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Oberhausen

07.10.2019

Auf Schnäppchenjagd nach Strampler & Co.

Gleicht einem Wimmelbild: Bereits nach wenigen Minuten ist der Basar in Oberhausen gut besucht und die Schnäppchenjagd eröffnet.
Bild: Alexandra Maier

Plus Im Herbst und im Frühjahr werden auf Basaren gebrauchte Kinderausstattung für wenig Geld angeboten. Warum es Mamas und Omas in Scharen dorthin zieht. 

Schnäppchenjäger und erfahrene Mamas wissen: Wer auf einem Baby- und Kinderbasar erfolgreich sein will, der muss sich früh anstellen. Diese Losung gilt auch beim Kinderbasar in der Oberhausener Turnhalle. Bereits 20 Minuten, bevor sich die Turnhallentüre öffnet, wächst die Traube an Menschen vor dem Gebäude. Der Regen hat am frühen Samstagnachmittag aufgehört, sodass zumindest niemand nass wird, während er auf Einlass wartet.

Pünktlich um 13 Uhr öffnet sich die Tür ins Paradies für Schnäppchenjäger: In der Turnhalle reihen sich Kleiderständer mit Winterjacken, Matschhosen und Mädchenkleider aneinander. In der einen Ecke liegen auf Biertischen nach Größe sortiert Hosen. Und auch Oberteile, gestapelt in allen Größen und Farben, warten darauf, verkauft zu werden. In der anderen Ecke der Turnhalle stapeln sich Spiele, Puzzles, Baukastensysteme und Bücher. Und selbstverständlich gibt es auch Kinderfahrräder, Roller und Laufräder.

Mit etwas Glück gibt es tolle Teile für den schmalen Geldbeutel. 
Bild: Alexandra Maier

Beim Kinderbasar gibt es Kleidungsstücke für wenige Euro

Jetzt heißt es schnell sein. Innerhalb von wenigen Minuten füllt sich die Halle. Die Kunden strömen an die Tische und scannen das Angebot. Mit schnellen Händen wandert die Ware in die großen, mitgebrachten Einkaufstaschen. Eine Mama wird für ihren vierjährigen Sohn fündig. Er wird sich über das „Minion“-Shirt und das von „Bob der Baumeister“ sehr freuen, ist die junge Frau überzeugt. Sie kaufe gerne auf Basaren. Ihre große Einkaufstasche ist bereits gut gefüllt. Die Preise seien unschlagbar, denn sie sei nicht gewillt, für ein Shirt 20 Euro zu bezahlen, nur weil vorne etwas Bestimmtes aufgedruckt ist, erklärt sie ihre Motivation. Als Verstärkung hat sie ihre Mama mitgebracht. Und die kommt gleich noch mit einer schwarzen Schneehose ums Eck. „Wolltest du nicht noch so eine?“, fragt sie ihre Tochter. Ein kurzer Blick auf den Preis – gekauft. „Hier in Oberhausen gibt es tolle Ware zu fairen Preisen“, sagt die junge Frau. „Außerdem hat das Team hier verstanden, wie so ein Basar aufzubauen ist.“

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Solch ein Lob hört Susanne Schimmel vom Secondhand-Team Oberhausen gerne. Das rund 60-köpfige Team stemmt unter ihrer Federführung den mittlerweile achten Basar und ist einen ganzen Nachmittag mit dem Aufbau in der Turnhalle beschäftigt. Die meisten von ihnen kommen aus Oberhausen, Sinning und Kreut.

Eine große Auswahl an Kinderkleidung ist in der Turnhalle angeordnet. Akribisch nach Geschlecht und Größe sortiert.
Bild: Alexandra Maier

Ein Teil des Umsatzes beim Second-Hand-Basar wird gespendet

Ein kleiner Teil des Umsatzes geht an das Waldbad in Oberhausen. Außerdem werden andere örtliche Vereine und Einrichtungen bedacht. „Zehn Prozent pro verkauftem Artikel werden einbehalten und gespendet. Außerdem zahlt jeder Verkäufer vier Euro Bearbeitungsgebühr für seine Liste.“ „Auf dieser kann er dann bis zu 50 Artikel zum Verkauf anbieten“, erklärt Susanne Schimmel das Verkaufsprozedere.

Auch eine hochschwangere Frau ist nach wenigen Minuten in der Turnhalle fündig geworden. Bereits in zwei Wochen kommt ihr Baby. Sie kaufe bewusst auf Basaren ein, weil die Kleidung schon ganz oft gewaschen wurde und somit sehr schadstoffarm sei. Sie hat ein Mobile aus Holz, einen Schlafsack sowie eine Hose und Handschuhe für ihr ungeborenes Kind ergattert.

Bereits für wenige Euro gibt es hier auf dem Basar gut erhaltene Kinderkleidung. Ein Pullover kostet einen Euro, die Gummistiefel gibt es für vier Euro. Die geblümte Winterjacke kostet drei Euro. Bei diesen Preisen schlagen die Schnäppchenjäger zu. Auch zwei befreundete Mütter aus Neuburg waren erfolgreich. Gefragt, warum sie hier einkaufen, antwortet eine der Dreifachmamas lachend: „Weil drei Kinder ganz schön teuer sind!“ Außerdem brauche man Matschoutfits, Winterkleidung und Schuhe immer in doppelter Ausführung, ergänzt eine andere Mama, weil eine Ausführung im Kindergarten bleiben müsse. Und das gehe ins Geld. Darüber hinaus spiele auch der Umweltaspekt eine Rolle, schließlich sei gebrauchte Kleidung nachhaltig.

Die Frauen des Secondhand-Teams Oberhausen organisieren den Basar im Vorfeld und kassieren ab.
Bild: Alexandra Maier

Die Kunden auf dem Kinderbasar in Oberhausen kommen aus allen Schichten

Die Leute, die hier in Oberhausen einkaufen, sind ein Spiegel der Gesellschaft. Junge Familien, die das Baby in der Trage oder im Kinderwagen dabei haben, schwangere Frauen, aber auch die ein oder andere Oma ist auf Schnäppchenjagd für die Enkelkinder. Diese Einschätzung teilt auch Susanne Schimmel. „Die Käufer hier in Oberhausen sind bunt gemischt, unabhängig vom Geldbeutel.“ Die Menschen hätten verschiedene Beweggründe, gebrauchte Kleidung zu kaufen: Die einen würden Markenware für wenig Geld suchen, die anderen schadstoffarme Kleidung und wiederum andere würden sich ganz bewusst günstige Teile zum „Rumräubern“ für den Kindergarten erstehen.

Zwei Mamas sind schon wieder auf dem Weg nach draußen. Eine der beiden hat einen Einkaufswagen aus Plastik für ihre Tochter gekauft. „Basare sind schön zum Stöbern, du darfst halt nur nichts Bestimmtes suchen.“

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