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Neuburg

06.10.2019

Bei FormiChem wird gemahlen, gemischt und granuliert

Werkstattleiter Norbert Pelger (li.) erklärt Auszubildenden Lukas Oggermüller die richtigen Einstellungen an einer Abfüllanlage. 
Bild: FormiChem

Plus FormiChem geht seit acht Jahren einen erfolgreichen Weg – dennoch taucht der Name des Neuburger Unternehmens auf keinem Produkt auf. 

Erzählt einer der rund 150 Mitarbeiter, dass er bei FormiChem in Neuburg arbeitet, erntet er nicht selten fragende Blicke. FormiChem? Das Unternehmen ist dort, wo früher Jeyes war – oder noch früher Globol. Ach dort, ist dann oft die Reaktion. Diese früheren Firmennamen sind den Neuburgern noch geläufig. Obwohl es diese schon lange nicht mehr gibt. FormiChem dagegen geht seit seiner Gründung 2011 einen sehr erfolgreichen Weg. 2012 zog das Unternehmen nach Neuburg. Auf dem früheren Werksgelände von Jeyes wird gemahlen, gemischt, portioniert und verpackt. Aber auf keiner der vielen Verpackungen taucht der Name FormiChem auf. Und das hat folgenden Grund.

Das Neuburger Unternehmen, das seit 2015 einen zweiten Produktionsstandort in Baar-Ebenhausen betreibt, arbeitet nicht für den Endkunden, sondern im Auftrag von meist größeren Unternehmen und Konzernen. Diese benötigen Stoffe in bestimmten Mischverhältnissen. Und oft in Mengen, die eine eigene Bearbeitung und Herstellung nicht rechtfertigen. Oder aber es sind eigene Kapazitäten ausgelastet und der eigentliche Schwerpunkt des Auftraggebers liegt in anderen Geschäftsbereichen. Dann kommt FormiChem ins Spiel, dessen Kerngeschäft die Lohnproduktion ist. So liefert die Firma chemische Zusatzstoffen für die Reifenherstellung. Die bestehen zum Großteil aus Kautschuk und Ruß, enthalten daneben aber viele chemische Stoffe wie Weichmacher oder Alterungsschutz. FormiChem dosiert und verpackt diese Zusatzstoffe, egal ob flüssig oder fest. Das Unternehmen füllt aber auch Endprodukt ab, wie zum Beispiel Gartendünger. Der trägt dann das Label des Auftraggebers.

Ein Blick in die Werkstatt: Die Produktionsmitarbeiterin Rosa Thomas verpackt befüllte Dosen.
Bild: FormiChem

FormiChem: Drei Gründer teilen sich die Geschäftsführung

Die drei Gründer der Firma teilen sich die Geschäftsführung. Helmut Landes kümmert sich vor allem um den Vertrieb. Lorenz Gaul ist für Personal, Finanzen und Standortentwicklung zuständig. Und Christof Kron für Technik und Produktion. Alle drei kamen sie aus der Branche und machten sich mit der Idee der Lohnproduktion selbstständig. Dass auf dem Betriebsgelände am westlichen Stadtrand von Neuburg bereits Labore, Lagerhallen und Produktionsstätten vorhanden waren, kam ihnen gerade recht.

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Zwei Standbeine haben sich die Unternehmensgründer geschaffen: Bei der verfahrenstechnischen Verarbeitung von Stoffen wird gemahlen, gemischt und granuliert. Das zweite Standbein ist das Abfüllen und Verpacken von Produkten ihrer Kunden. Dabei grenzt Helmut Landes ein: „Wir leisten für unsere Kunden keine Entwicklungsarbeiten. Aber wir helfen und beraten beim Einkauf der Rohstoffe und der Verpackungsmittel und kümmern uns um die Logistik.“ Und noch eine Einschränkung macht Landes. Es werde keinerlei chemische Verarbeitung durchgeführt. „Wir verarbeiten Rohstoffe physikalisch, ob in flüssiger oder in fester Form.“

Die drei von FormiChem: Ein Chemiker, ein Verfahrensingenieur und ein Techniker. (V. li.) Helmut Landes, Christof Kron und Lorenz Gaul führen das Unternehmen.
Bild: Manfred Dittenhofer

FormiChem Neuburg beschäftigt unter anderem 16 Auszubildende

16 Auszubildende und zwei duale Studenten beschäftigt das Unternehmen. Ob Fachkraft für Lagerlogistik, Industriekaufmann oder Chemielaborant, Produktionsfachkraft oder Anlagenmechaniker und viele weitere. Bei FormiChem gibt es eine breite Palette an Ausbildungsmöglichkeiten. Prokurist Thomas Kürzinger geht sehr aktiv auf die Schulen zu, tritt auf Ausbildungsmessen, wie der AZUBI in Neuburg, auf und verteilt so Informationen über das Neuburger Unternehmen. In Neuburg sieht FormiChem seine Zukunft. Von Jeyes hat das Unternehmen das Erbpachtrecht für das Gelände übernommen. Einige alte Gebäude wurden abgerissen. Und möglicherweise entsteht auf dem Gelände demnächst eine neue Halle. Der Jahresumsatz lag 2018 bei rund 16 Millionen Euro. In vier Jahren sollen es 20 Millionen Euro sein. Seit 2014 hat sich die Mitarbeiterzahl auf 150 verdreifacht.

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