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Gericht

27.07.2012

Betrunkener beißt Polizist in den Daumen

Beamten wollten Hilfe leisten und wurden beschimpft und geschlagen. Ein 20-Jähriger war der Übeltäter

Neuburg Hilfe leisten ist manchmal eine durchaus undankbare Sache. Das mussten auch zwei Polizeibeamte kürzlich schmerzhaft feststellen, als ein 20-jähriger Mann aus einer südlichen Landkreisgemeine auf sie eintrat und sogar zubiss. Der junge Mann kann sich jedoch an die Tat überhaupt nicht mehr erinnern. Obgleich das dem Gericht unglaubwürdig erschien, verurteilte es den 20-Jährigen wegen verminderter Schuldfähigkeit nur zu einem Freizeitarrest.

1,42 Promille Alkohol im Blut

1,42 Promille Alkohol hatte der 20-Jährige im Blut, als er von den Beamten schlafend auf dem Gehsteig sitzend in Neuburg angetroffen wurde. In der Hand hielt er sein Handy, aus dem lautstark Musik dröhnte. Sein Fahrrad hatte der junge Mann mitten auf der Straße „geparkt“. Eigentlich hatten die Polizisten dem Betrunkenen nur helfen wollen, als sie den Mann angesprochen und ihn wach gerüttelt hatten.

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Dieser reagierte jedoch äußerst gereizt auf die ungewollte Hilfe und bedachte die Polizeibeamten mit einigen unflätigen Schimpfwörtern. Als die beiden Helfer dann auch noch zu allem Überfluss für den Wütenden den Personalausweis des 20-Jährigen hatten sehen wollen, hatte der sich kurzerhand auf sein Fahrrad geschwungen und davonfahren wollen.

Bei der anschließenden Rangelei zwischen den drei Männern hatte sich der äußerst wehrhafte Bursche in den Daumen eines Polizisten verbissen und wild um sich getreten und geschlagen. Ganze 15 Minuten hat es gedauert, bis die Beamten den vor Wut rasenden Mann mithilfe eines Passanten überwältigen hatten können.

„Ich weiß nichts mehr von der Tat. Ich hatte einen Blackout“, erklärte der Angeklagte vor Gericht. Erst im Krankenhaus sei er mit einem blauen Auge und Schürfwunden wieder aufgewacht. Die Ärzte jedoch hatten in ihrem Bericht lediglich eine leichte Alkoholisierung diagnostiziert.

Deshalb lag für Staatsanwalt Roland Kempfle auch der Verdacht nahe, dass der Mann weitere Substanzen eingenommen hatte, die jedoch nicht mehr nachgewiesen werden können. Zugunsten des Angeklagten plädierte Kempfle dennoch auf verminderte Schuldfähigkeit und forderte statt der üblichen zwei Wochen Dauerarrest in solchen Fällen nur einen Freizeitarrest.

Massives Ausflippen

Dem kam Amtsrichter Matthias Ernst auch nach. „Das war ein massives Ausflippen, das gar nicht zu Ihnen passt“, rügte Ernst den eher schüchtern wirkenden Burschen, der bis dato noch nicht einschlägig vorbestraft ist.

Ein Wochenende muss der 20-Jährige nun hinter Gittern verbringen. Dem gebissenen Polizisten hatte der junge Mann bereits ein Schmerzensgeld von 1000 Euro bezahlt.

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