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Neuburg

05.08.2017

Danke für große Kunst

Tomoko Nishikawa, Lars Hoefs und Marco Thomas (von links) zeigten mit dem Klaviertrio d-moll von Michail Glinka russische Seele in klassischer Form.
Bild: R. Beck

Beim Kammermusikmarathon gab es neben Klassikern auch zwei deutsche Uraufführungen zu hören.

Der Marathon-Weltrekord liegt bei knapp über zwei Stunden. Den konnten die Mitwirkenden beim 3. Neuburger Kammermusikmarathon am Donnerstag mit ungefähr drei Stunden zwar nicht brechen. Stören ließen sich die Zuhörer im etwa halbvollen Kongregationssaal davon aber nicht. Im Gegenteil: Oft klatschten sie die Musiker zweimal wieder auf die Bühne, um sich für große Kunst zu bedanken.

Die junge Klarinettistin Cornelia Wörmann zeigte mit dem „Grand Duo Concertant op. 48“ von Weber große Musikalität und sichere Beherrschung ihres Instruments. Tommy Chen trumpfte bei Beethovens Cellosonate op. 102 mit einer Vielzahl verschiedener Ausdrücke auf.

Das siebenköpfige Celloensemble um Dozent Lars Hoefs bot trotz kurzer Probenzeit einen sehr runden Zusammenklang, sowohl bei der hochromantischen Introduktion aus der Ouvertüre zu Wilhelm Tell als auch bei rhythmisch akzentuierter Musik des Brasilianers Edmundo Vilani-Cortes. Lars Hoefs animierte sein Ensemble per Zuruf und laut aufstampfend. Der emotionale Ausdruck kam sehr gut an.

Zwei Uraufführungen an einem Abend

Die erste Uraufführung des Abends kam von Alexander Suleiman und Klavierbegleitungsdozent Heiko Stralendorff. Der hatte die fragmentarisch erhaltene Klavierstimme eines Mozart-Andante-Satzes selbst ergänzt und stellte das Ergebnis zusammen mit dem Cellisten Suleiman vor. Den mozart-typischen leichtfüßigen Charakter des Themas setzte er ohne hörbare Brüche fort. Chapeau!

Eine weitere deutsche Erstaufführung folgte nach viertelstündiger Lüftungspause: Yubo Zhou am Klavier, Bin Huang an der Violine und Alexander Suleiman am Cello interpretierten das Klaviertrio II des zeitgenössischen chinesischen Komponisten An-Iun Huang. Das fünfsätzige Stück erinnert streckenweise an die impressionistischen Klanglandschaften eines Maurice Ravel. Doch auch dissonantere, perkussive Elemente finden sich vor allem im witzigen Scherzo. Die drei Musiker schufen mit vollem Ton goldglänzenden Ensembleklang. Für solche Luxusmusik wird sich nicht nur in Neuburg immer ein Publikum finden.

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