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Konzerte

07.02.2018

Deutsche Jazz-Szene im Hofapothekenkeller

Für Trompeter Uli Beckerhoff war Musik schon immer pures Ohrenkino. Am Freitag will er das Publikum in seine Welt mitnehmen.
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Für Trompeter Uli Beckerhoff war Musik schon immer pures Ohrenkino. Am Freitag will er das Publikum in seine Welt mitnehmen.

Egal ob alt oder jung – deutsche Jazzmusiker müssen sich nicht verstecken. Am Wochenende wollen sie das in Neuburg beweisen

Wie interessant auch die deutsche Jazz-Szene sein kann, vermitteln dieses Wochenende zwei Bands im Birdland Jazzkeller. Der legendäre Trompeter Uli Beckerhoff wird mit seinen jungen Musikern den Freitag gestalten. Und für den Samstag hat sich der Bayerische Rundfunk angemeldet, um das Konzert der Saxofonistin Charlotte Greve aufzunehmen.

Gute Jazzmusiker, so heißt es, sind Geschichtenerzähler. Sie können ihr Handwerk so verrichten, dass es dem Publikum nie langweilig wird.

Für den Trompeter Uli Beckerhoff war Musik schon immer pures Ohrenkino mit unerwarteten Wendungen, ansprechenden Inhalten und stets wechselnden Schauplätzen. Sei es damals mit Fusionbands wie Jazztack, Riot, Changes oder Adam Nussbaun, Jasper van’t Hof, oder John Abercrombie gewesen. Für seinen neuen Hör-Streifen hat sich der 70-Jährige mit dem Pianisten Richard Brenner, dem Bassisten Moritz Götzen, dem Schlagzeuger Niklas Walter und dem Gitarristen Tim Bücher vier junge und hochtalentierte Musiker ausgesucht.

So entsteht gereifter Jazz, der sich auf Erfahrungen bauend eine hellwache Gegenwart zaubert. Beckerhoff kann inmitten seiner jungen Komplizen auf der Trompete und dem Flügelhorn sehr wandlungsfähig und auch dezidiert lyrisch agieren. Mitzuverfolgen, wie selbstverständlich dies generationsübergreifend stattfindet, macht den eigentlichen Reiz dieses Konzertes aus.

Im Personalausweis steht Charlotte. Ihre Eltern zuhause in der Lüneburger Heide und auch ihre Fans nennen sie freilich nur Lisbeth, nach ihrem zweiten Vornamen Elisabeth. Seit Lisbeth alias Charlotte Greve mit ihrer langlebigen Workingband um den Pianisten Manuel Schmiedel, den Bassisten Marc Muellbauer und den Schlagzeuger Moritz Baumgartner die deutsche Jazzszene betrat, zeigt sie jedem, mit welch einfachen Mitteln große Musik möglich sein kann.

Die Saxofonistin hält dem gesamten Genre völlig unaufgeregt den Spiegel vor und demonstriert, dass die wahre Innovation ganz ohne Knalleffekte vonstattengehen kann.

Zeit ist immer relativ. Dies wird durch die innere Leichtigkeit deutlich, mit der das Lisbeth Quartett seine manchmal transparente, manchmal dichte Musik entwickelt. Und durch die tiefgründigen, teils lyrischen und im besten Sinn zeitlosen Kompositionen der gerade erst 30 Jahre alt gewordenen Saxofonistin finden rätselhafte Tiefe und unaufdringliche Leichtigkeit zusammen. Letzteres resultiert vor allem aus Charlotte Greves sensiblem und meisterhaftem Spiel sowie ihrem vibrierenden, schwebenden Saxofonton, dass sogar den Bayerischen Rundfunk für eine Live-Aufnahme in den Jazzkeller lockt. (nr)

Telefonisch (08431/ 41233), per Fax (08431/46387) oder übers Internet (www.birdland.de) und ab 19.30 Uhr an der Abendkasse.

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