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Neuburg

14.11.2019

Die Zukunft von Juliusbräu in Neuburg ist gesichert

Gabriele Bauer und Kurt Müller stoßen auf die Zukunft von Juliusbräu an. Eine Stiftung wird die Brauerei in die Zukunft führen.
Foto: Manfred Dittenhofer

Plus Eine Stiftung sichert den Fortbestand von Neuburgs letzter verbliebener Brauerei. Wie es mit den Mitarbeitern von Juliusbräu weitergeht.

Was geschieht mit der Neuburger Traditionsbrauerei, wenn sie selbst einmal nicht mehr ist? Das überlegt sich Gabriele Bauer schon seit geraumer Zeit. Sie ist die Besitzerin und Geschäftsführerin der letzten verbliebenen Brauerei in Neuburg. Eine Nachfolge war nicht in Sicht. Ein Verkauf war die letzte und unbeliebteste Möglichkeit. Ohne eine sichere Zukunftsperspektive aber waren auch die notwendigen Investitionen nicht möglich gewesen. Eine Stiftung wird nun die Zukunft der Brauerei sichern.

Die Brauerei wurde hierfür zuerst einmal in eine GmbH umgewandelt. In dieser Unternehmensform kann das Unternehmen von einer Stiftung übernommen werden. Wie und wann das geschieht, steht noch völlig offen. Denn noch will Gabriele Bauer ihre Brauerei selbst führen. Aber die Nachfolge ist mit Gründung der Juliusbräu-Stiftung gesichert. Und das sei ein beruhigender Gedanke, so Bauer, der sich auch auf die Schaffenskraft und den Willen zu Neuerungen auswirkt.

So investiert Juliusbräu in Neuburg in die Zukunft

Nun kann die Besitzerin wieder ohne Gewissensbisse investieren. Was zum Teil schon kräftig geschehen ist. Und auch weiter geschieht. Das Bier reift in nagelneuen Edelstahltanks. Eine neue Lagerhalle wurde errichtet, die Abfüllanlage optimiert, zwei Photovoltaikanlagen in Betrieb genommen und der Fuhrpark verjüngt. „Auch im Bereich unseres Sudhauses stehen noch Investitionen an.“

Gabriele Bauer sagt „unser“ und meint damit nicht nur die Mitarbeiter, sondern eben auch die Stiftung, die sich bereits parallel mit dem Betrieb der Brauerei vertraut macht. Kurt Müller ist Stiftungsvorstand. Der ehemalige Neuburger Sparkassen-Direktor hatte bereits vor Jahren der Brauereibesitzerin verschiedene Optionen für ihr Unternehmen dargelegt: Verkaufen, einen Geschäftsführer einsetzen oder eben eine Stiftung gründen, die sich den Fortbestand der Brauerei zum Ziel setzt. Die Mitarbeiter wurden in Gesprächen über die Pläne informiert. Laut Bauer bietet die Stiftung Sicherheit für die Mitarbeiter und auch für die Kunden.

Eine Stiftung war Gabriele Bauer am sympathischsten. Sie bleibt am Ruder und hat trotzdem Hilfe. Und als sich Kurt Müller Ende Juni in den Ruhestand verabschiedete, berief sie ihn zum Stiftungsvorstand. Als Aufsichtsgremium wird nun ein Stiftungsrat gebildet. Dieser übernimmt die Tätigkeiten, die ein Aufsichtsrat in einer Aktiengesellschaft hat. Bereits fest eingeplant in diesem Gremium ist Neuburgs Oberbürgermeister Bernhard Gmehling. „Der hat uns auch schon zugesagt“, berichtet die Brauereibesitzerin. Daneben denken Bauer und Müller unternehmerisch bei der Besetzung dieses Gremiums. Sie hätten gerne Persönlichkeiten aus dem öffentlichen Leben, aber mit Expertise in den typischen Unternehmenssparten: Braumeisterei, Marketing, Steuern. Im Vorstand wird ein Geschäftsführer der Juliusbrauerei sitzen.

Juliusbräu Neuburg will einen Freundeskreis gründen

Wie Gabriele Bauer versichert, ist die Stiftung bereits aktiv. Allerdings sei bisher kein Besitz übertragen worden. Momentan befinde man sich in einer Anlernphase. Und dann werde die Zeit zeigen, wie sie weiter verfährt. Auch Kurt Müller erklärt, dass die Brauerei gar nicht in seiner Gesamtheit an die Stiftung übertragen werden müsse. Das könne auch in Teilen und nacheinander geschehen. Bauer könne frei entscheiden, habe aber nun eine Auffangstruktur im Rücken. Und das tut der Unternehmerin gut, wie sie selbst bekundet.

Neben den notwendigen Führungsstrukturen planen Bauer und Müller auch die Gründung eines Freundeskreises. Schließlich sei die Brauerei als letzte ihrer Art in Neuburg ein Stück Kulturgut. Und habe viele Fans. Am Pfingstwochenende 2020 ist ein Brauereifest auf dem Gelände der Brauerei geplant. An drei Tagen soll gefeiert werden, mit Musik für Jung und Alt.

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