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Jazz in Neuburg

07.10.2018

Ein (fast) magischer Abend im Neuburger Birdland

Der Augsburger Vibraphonist Wolfgang Lackerschmid ist Stammgast im Neuburger Jazzclub.

Wolfgang Lackerschmid zeigt im Neuburger Jazzkeller Birdland Traditionsverbundenheit und optimistische Aktualität.

Locker swingende Musik, fein gewiegt und lässig vorgetragen, durchaus mit Anspruch und moderner Individualität. Der Augsburger Vibraphonist Wolfgang Lackerschmid ist längst Stammgast auf der Bühne des Neuburger Jazzclubs. Und immer wieder wartet er auf mit neuen Ideen, frischen Konzepten, und einem wahren Fundus musikalischer Substanz.

In den gut 40 Jahren seiner Karriere hat er eine große Anzahl eigener Kompositionen zu verzeichnen. Die bringt er mit Esprit, Ambition, leisem Humor und immer in höchster musikalischer Qualität auf die Bühne. Diesmal dabei: der famose Trompeter Ryan Carniaux, der lebhafte, positiv spielfreudige Trommelphilipp Guido May und – Überraschung des Abends! – Stefan Rademacher, der am „Kompromissbass“, einer hybriden akustischen Bassgitarre mit dem Griffbrett eines Kontrabasses, eine überaus starke Vorstellung zeigte. Die Bandbreite des Lackerschmid’schen Œuvres zeigt sich vielleicht am besten im Kontrast der zarten Ballade „Why Shouldn’t You Cry“ mit ihrer, von Ryan Carniaux großartig vorgetragenen, zarten, samtigen, an Chet Baker erinnernden Trompetenlinie, und dem wahrhaft schmetternden Opus „Schmetterlinge“ – beides Stücke, die Lackerschmid schon in den 70ern geschrieben hat. „Get Her Alone“ zeigte wiederum die Traditionsverbundenheit des Komponisten, der hier die Basis des Jazzstandards „Alone Together“ zu lässig dahinfederndem Optimismus wendet, an dessen positiver Wirkung das stets agile, leichthändige Schlagzeugspiel Guidos Mays wesentlich teilhatte.

Feine Ironie gab es nicht nur einmal, so in einer rasanten Adaption des Balladenklassikers „Lullaby of Birdland“, dem ein heftiges, trotziges „Not“ beigesellt wurde. Auch die lebhaften „Four Notes“ enthielten viel mehr als der Titel untertrieb. Und wenn es gegen Ende hieß „We Are No Magicians“, so waren sie doch nahe dran, die Vier in der Wolfgang Lackerschmid-Connection.

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