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12.03.2009

Einblicke in die Schreibwerkstatt

Bergheim (mr) - "Ich werde auch einmal ein Märchenbuch schreiben." Die neunjährige Katharina ist ganz begeistert. Ihre Fantasien habe sie schon immer gerne zu Papier gebracht, versichert sie, während ihre Backen vor lauter Begeisterung und Aufregung schon ganz rot geworden sind. Dass Lesen und das Schreiben von Geschichten unheimlich Spaß machen kann, erfuhren die Schülerinnen und Schüler der ersten bis vierten Klasse der Grundschule Bergheim jetzt durch die Kinderbuchautorin Monika Wellner aus Bad Überkingen.

Mit Literaturpreis ausgezeichnet

Auf sehr anschauliche und abwechslungsreiche Art und Weise, vermittelte die in Mittenwald geborene und mit dem österreichischen Kinderbuch-Literaturpreis ausgezeichnete Schriftstellerin den Buben und Mädchen, wie ein Kinderbuch entsteht und was eine Autorin alles zu beachten und mit wie viel Unbill sie manchmal zu kämpfen hat, bis ein Buch auf den Markt kommt.

Es war eher ein Workshop, als ein klassisches Vorlesen, was Monika Wellner mit den Kindern praktizierte. Interaktiv wurden diese in die Entstehung einer Geschichte mit einbezogen. Dabei ließ sich Monika Wellner auch Löcher in den Bauch fragen. Wie man einen eigenen Aufsatz schreibt, auch das erfuhren die kleinen Zuhörer.

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Dabei sollte man sich mutig aufs Schreiben einlassen, die Fantasie nutzen und Gedanken kritisch zu Ende denken, empfahl sie. "Uli und der Landstreicher" heißt ihr neues Buch, das sie jetzt präsentierte. Darin wird aufgezeigt, wie sensibel Kinder mit dem Thema "Außenseiter in unserer Gesellschaft" gegenüber den Erwachsenen umgehen. Mit Toleranz und der bedingungslosen Annahme des anderen, wird von den Kindern ein Beitrag zur Menschlichkeit geleistet.

"Das ist echt spannend", flüsterte der achtjährige Julian seinem gleichaltrigen Freund Dominik zu, als Monika Wellner einen kleinen Abschnitt vorgelesen hatte. Allzu viel wollte sie ihren Zuhörern auch nicht verraten. Schließlich ging es ja darum, dass die Kinder ihre eigene Fantasie entwickeln und die Geschichte zu Ende schreiben.

Wer wollte, konnte sich auch als Buch-Illustrator versuchen und die schönsten Bilder zur Geschichte zeichnen. Interessant war für die Kinder zu erfahren, dass auch eine Kinderbuchautorin nicht vor Fehlern gefeit ist. "Das macht aber nichts. Ein Lektor korrigiert meine Geschichte", gesteht Monika Wellner freimütig.

Nicht nur an dem Beruf eines Autors zeigten die Buben und Mädchen Interesse. Auch die Zusammenarbeit mit einem Verlag war für sie äußerst interessant. Ihre Geschichte, die sich wie ein Puzzle zusammensetze, schreibe sie zunächst mit einem Füller in der Hand am Küchentisch. 80 bis 100 Seiten kämen da schon zusammen, so die Autorin. Danach setze sie sich an den Computer, wobei das vorliegende Manuskript auf etwa 40 Seiten heruntergebrochen werde.

Zehn Monate von der ersten bis zur letzten Zeile

Große Augen bekamen die Kinder als ihnen Monika Wellner erklärte, dass sie sich jede geschriebene Seite mindestens zehn- bis 15-mal selbst vorlese. So scheint es auch nicht verwunderlich, dass von der ersten bis zur letzten Zeile rund zehn Monate vergehen. Vor ihrem Besuch an der Grundschule Bergheim weilte Monika Wellner an der Schule in Gachenbach, am gestrigen Mittwoch war sie dann an der Schwalbangerschule zu Gast.

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