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Theater

30.03.2014

Es lebe der Geschlechterkampf

50 Jahre Ehe haben ihre Spuren hinterlassen: Eva Zwack und Manfred Basel in ihrem ersten gemeinsamen Bühnenstück.
Bild: Foto: Uli Glatz

Eva Zwack und Manfred Basel gelingt mit "Spiel auf dem Vulkan" eine spritzig-kecke Inszenierung mit viel Lokalkolorit

Zwei Eheleute begehen ihren 50. Hochzeitstag und es brodelt zwischen ihnen mal wieder gehörig. Die Ehe wird als gefährliche Reise mit unbekanntem Ziel beschrieben, ein Roulettespiel, bei dem es manchmal eben zu einem eruptionsartigen Austritt glutflüssigen Materials kommt. Die Akteure zeigen mit Augenzwinkern alltägliche Konflikte zwischen Mann und Frau. Für Basel, bekannt als Kabarettist und mit seinem Programm „Sammelsurium“, ist es die erste Schauspielerfahrung in einem Theaterstück. Für Zwack ist es nach diversen Solonummern wieder einmal ein seltener Ausflug in ein Zwei-Personenstück.

Neben dem klassischen Geschlechterkampf ist es eine gute Portion Lokalkolorit, die das Schauspiel prägt. Mit einem Spiel, das ein Buchstabenrad beinhaltet, erinnern sich die Protagonisten an vergangene Zeiten, an ihre Jugend in der Neuburger Altstadt und schildern ihrem Publikum nebenbei, wie sich das Viertel rund um die Hofkirche verändert hat. Anekdoten und Geschichten, die sich um so manche Persönlichkeit ranken, fügen sich erfrischend ein. In den liebevoll und gemütlich gestalteten Pausen – mit Sektbar und delikaten Canapés – quittierten die Zuschauer diese alten Geschichten mit Schmunzeln.

Zwack versucht als Ehefrau mit Hinweisen wie „Hofkirche“ die Gedanken des Gatten auf ihre Hochzeit und damit das Jubiläum zu lenken. Der hat nämlich – ein altes Klischee bedienend – den Hochzeitstag prompt vergessen und blickt stattdessen mit leuchtenden Augen auf das Fußballspielen in der Oberen Altstadt zu Ministrantenzeiten zurück. Während sie in Erinnerungen an die Trauung schwelgt und weiterhin hofft, seine Erinnerungen an den großen Tag zu wecken, ist er mit einem skurrilen Aufbau der Kirchturmspitze des historischen Gebäudes beschäftigt und denkt nur an seine Lausbubengeschichten.

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Zwei Komödianten stehen bei „Spiel auf dem Vulkan“ zum ersten Mal gemeinsam auf der Bühne – und sie ergänzen sich prächtig! Bekannt charmant dramatisch und bisweilen auch unverschämt bringt Manfred Basel seinen sehr guten Ruf als Kabarettist in die Inszenierung mit ein.

Beide unterhalten und polarisieren gleichzeitig und sind ein lohnenswerter Genuss für die kabarettbegeisterten – Verzeihung: theaterbegeisterten Zuschauer. Zwack ist eben immer für Überraschungen gut, denn Theater soll bei ihr nicht nur unterhalten, sondern darf gern auch mal etwas frischer und frecher sein. Beide Darsteller präsentierten sich witzig, spritzig, keck und so gerät das gemeinsame Experiment zu einem sehr amüsanten Abend!

Info Weitere Aufführungen am 4./5. und 10./11. April jeweils 20 Uhr im Seminartheater. Karten gibt es in der Perlenoase oder an der Abendkasse.

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