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Neuburg

29.10.2012

Exhibitionist befriedigt sich vor Zeitungs-Zustellerin

In Neuburg wurde ein Exhibitionist zu acht Monaten Haft verurteilt, weil er sich vor einer 59-Jährigen entblößt und selbst befriedigt hatte.
Bild: Anne Wall

Ein 26-jähriger Neuburger soll einer Zustellerin an den Busen gelangt und sich vor ihr befriedigt haben. Das Gericht verurteilte den vorbestraften 26-Jährigen.

Hochpeinlich und daher schwierig zuzugeben, so die Staatsanwaltschaft, sei die Tat eines 26-jährigen Neuburgers. Der hatte auch bis zuletzt geleugnet, einer Zeitungs-Zustellerin an den Busen gefasst und sich vor der Frau befriedigt zu haben.

Anwältin forderte Freispruch für ihren Mandanten

Das Gericht glaubte aber dem Opfer und verurteilte den bereits mehrfach vorbestraften Mann zu einer Haftstrafe von acht Monaten. „Ich habe das nicht getan“, bekräftigte der Angeklagte in der Verhandlung immer wieder. Auch Verteidigerin Andrea Kremer war von der Unschuld ihres Mandanten überzeugt. Sie begleite den Mann schon sieben Jahre und so etwas mache er nicht. Es müsse eine Verwechslung sein, meinte die Anwältin und forderte Freispruch für den 26-Jährigen.

59-jähriges Opfer: Hatte das Gefühl, dass er mich verfolgt

Doch Gericht und Staatsanwaltschaft hatten an der Aussage des 59-jährigen Opfers keine Zweifel. Mehrmals hatte die Frau beim Zeitungaustragen den Neuburger in jener Nacht Anfang September dieses Jahres gesehen. Zunächst auf einer Bank beim Parkbad sitzend, sein Fahrrad neben sich gelehnt, sei er ihr in verschiedenen Nebenstraßen aufgefallen, in denen sie ihre Zeitungen zustellte. „Ich hatte das Gefühl, als wenn er mich verfolgt“, sagte die Zeugin aus. Als die 59-Jährige den Mann gebeten hatte, sie auf dem Gehweg vorbeizulassen, hatte sich der 26-Jährige mit entblößtem Geschlechtsteil zu ihr umgedreht, ihr an die Brust gefasst und sich vor der entsetzten Frau selbstbefriedigt.

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26-Jähriger war vor dem Vorfall schon der Polizei aufgefallen

Vor Schreck, so das Opfer, hatte sie aufgeschrien und der Mann sei davongelaufen. Den Angeklagten, dessen Kleidung und sein auffälliges Fahrrad hatte die Frau eindeutig wiedererkannt. Außerdem war der 26-Jährige vor der Tat einer Polizeistreife aufgefallen, da er mitten in der Nacht alleine auf der Parkbank gesessen hatte.

Staatsanwalt Robert Pohle konnte nicht verstehen, warum der Angeklagte bei der erdrückenden Beweislast kein Geständnis ablegte. Aber „es ist eine hochpeinliche Geschichte und mit Aussicht auf eine Freiheitsstrafe schwierig zuzugeben“, konstatierte der Anklagevertreter dem 26-Jährigen, der bereits zwölf Vorstrafen – meist wegen Diebstahls – auf dem Kerbholz hat und unter offener Bewährung steht. Angesichts der Vorahndungen und der fehlenden Schuldeinsicht forderte Pohle zehn Monate Gefängnis.  Amtsrichter Matthias Ernst blieb nur zwei Monate unter dem Antrag des Staatsanwaltes. Das sei nicht nur eine exhibitionistische Handlung gewesen, sondern ein Übergriff. „Die Frau hat Langzeitfolgen, denn  ihre Grundsicherheit ging verloren“, stellte der Richter fest. Trotz wiederholter Haftstrafen hatte der Angeklagte diese Straftat nur zwei  Monate nach seiner letzten Verurteilung begangen. Daher war eine Bewährungsstrafe ausgeschlossen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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