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NR-Adventsquiz

17.12.2020

Folge 15: Als Vierjähriger im Panzer durch Rosenheim

Ein süßer Bursche: Wissen Sie, wer unser heutiges Kalenderkind ist?
Bild: privat

Unser heutiges Kalenderkind wurde 1941 geboren. „Ich bin kriegsgeschädigt und trotzdem glücklich“, sagt er über sich selbst . Nach einer militärischen Laufbahn drückte er noch einmal die Schulbank und promovierte

Wer kann von sich behaupten, über Wochen hinweg mit einem Panzer der Amerikaner in ein Krankenhaus kutschiert worden zu sein? Richtig, unser heutiges Kalenderkind. Zwar war der Auslöser dieser etwas skurrilen Begebenheit keineswegs heiter, trotzdem erzählt der Gesuchte heute mit einem Schmunzeln davon.

Er fuhr mit dem Panzer zum Krankenbesuch der Mutter

Aber von vorne: Es war das Jahr 1945. Der vierjährige Gesuchte saß mit seiner Mutter in einem Bunker in Rosenheim und wartete auf die amerikanischen Soldaten. Gleich zwanzig von ihnen quartierten sich nach dem Einzug in Rosenheim in dem Haus ein, in dem unser Kalenderkind allein mit seiner Mutter lebte. Der Vater war im Krieg gefallen. In dieser Zeit kam es zu einem Unfall, bei dem sich ein Schuss aus einem Gewehr der Amerikaner löste und die Mutter des damals Vierjährigen am Bein verletzte. Sie wurde in ein Militärkrankenhaus gebracht.

Und der Sohn? Blieb drei Wochen mit den Soldaten zuhause. „Ich wurde gehegt, gepflegt und bekam alles mögliche zu essen“, sagt er heute. Und jeden Tag ging es mit dem Panzer auf Krankenbesuch zur Mutter.

Selbstständigkeit musste unser Kalenderkind sowieso früh lernen. Die Mutter fand schnell Arbeit und war den ganzen Tag aus dem Haus. Der Junior stand selbstständig auf, ging zur Schule und genoss, wie er sagt, die Freiheiten. Als er dann auf die weiterführende Schule nach Rosenheim kam, war Schluss mit der Freiheit. Prompt rasselte unser Gesuchter durch die fünfte Klasse. Die Mutter beschloss, ein Internat sei das Beste. Doch Plätze waren in diesen Zeiten rar. Und so kam unser Kalenderkind nach Neuburg ins Studienseminar. Nach dem Abitur, das er in Ingolstadt am Canisius-Kolleg machte, schlug er eine militärische Laufbahn ein, die ihn nach München, Köln und Berlin führt.

1965 heiratete unser Kalenderkind seine Frau in Neuburg

Egal, wo er stationiert war, an den Wochenenden setzte er sich ins Auto und fuhr nach Neuburg, wo er im Jahr 1965 seine Frau heiratete. „Wir wollten, dass unsere Kinder eine Konstanz haben im Aufwachsen und in der Schulzeit, deshalb sind wir nie umgezogen.“ 1993 wurde er pensioniert. Keine Woche später schrieb er sich an der Universität Eichstätt für die Fächer Volkskunde, Landesgeschichte Bayern und Kunstgeschichte ein. Er schloss mit einer Promotion ab.

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