Neuburg

01.03.2017

Frisch aufgetischt

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4 Bilder
Michaela und Manfred Enzersberger freuen sich darauf, dass sich die Türen zum Arco-Schlösschen bald öffnen.
Bild: Manfred Rinke

Blaue Traube, Arco, Hofgarten, Rennbahn, Kieferlbräu – welche Veränderungen es in den Traditionslokalen gibt.

Kräftig durchgemischt wird derzeit ein Teil der Gastroszene in Neuburg. Neue Chefs werden in der Blauen Traube, dem Arcoschlösschen und dem Café Huber auftischen und in einem neuen Outfit wird sich bald der Hofgarten an der Luitpoldstraße präsentieren. Ob es mit dem traditionsreichen Kieferlbräu als Gaststätte und Hotel weitergeht, ist indes noch offen.

Blaue Traube: Auf dem Metallschild an der Hauswand steht noch sein Name. Doch den Ton gibt in der Blauen Traube mittlerweile nicht mehr Ludwig Herbinger, sondern eine junge Frau an. Stephanie Höck hat das Wirtshaus in der Altstadt Anfang des Jahres übernommen und seitdem kräftig umgebaut. Allerdings fand die Sanierung nur hinter den Kulissen statt. Die Küche wurde ausgebaut, damit die Elektrik erneuert, die Wände frisch gefliest und der Boden neu verlegt werden konnten. Auch die alten Kühlhäuser, die noch Ludwig Herbingers Vater gemauert hatte, wurden abgerissen und ersetzt. Der Gastraum hingegen bleibt unverändert. Das musste sie so manchem besorgten Stammgast versprechen, der um den Charme „seiner“ Traube fürchtete.

Am kommenden Samstag, 4. März, wird die Blaue Traube wiedereröffnet. Weil Stephanie Höck trotz ihrer erst 29 Jahre schon Profi genug ist um zu wissen, dass jeder Neubeginn mit entsprechenden Startschwierigkeiten verbunden ist, hat sie die Karte bewusst klein gehalten. „Das, was raus kommt, muss gut sein. Und damit das auch klappt, muss das Angebot am Anfang überschaubar sein. Facettenreicher können wir dann werden, wenn sich die Abläufe in der Küche eingespielt haben“, sagt die neue Wirtin. Drei Vorspeisen, acht Hauptspeisen und zwei Nachspeisen finden sich auf der neuen Speisekarte, wobei sich die Gerichte alle zwei Wochen saisonal ändern werden. Dazu wird es wechselnde Tagesempfehlungen und Brotzeiten geben.

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Während die Wirtsstube ihr Aussehen behalten durfte, haben die Fremdenzimmer ein Facelift bekommen. Neue Bettwäsche und farbige Vorhänge, ein paar bunte Kissen, hin und da ein frischer Wandanstrich - und schon sehen die Zimmer nach „mehr“ aus. Bis April, wenn die Touristensaison beginnt, sollen alle neun Zimmer aufgehübscht sein. Das Metallschild an der Hauswand mit dem Namen von Luggi Herbinger darf indes ruhig noch eine Weile hängen bleiben. „Ich will ja nicht gleich alle seine Spuren ausradieren.“ Irgendwann soll dort aber natürlich ihr Name stehen.

Arcoschlösschen: Und jetzt also Manfred Enzersberger. Der Neuburger Stadtrat ist ein weiterer Gastronom auf einer mittlerweile längeren Liste, die von Siegmund Völk angeführt wird und auf der vor Enzersbergers Namen Rolf Reichardt, Chef der Kokobelli Personaldienstleistungen-UG, steht. Er war der bislang letzte Pächter des Schlösschens, das die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft (GeWo) 1993 für damals 2,3 Millionen Mark gekauft hat. Seitdem investierte die Stadt nicht nur kräftig in die Immobilie, sie hatte lange Zeit auch Pech mit den Pächtern. Gegen einen war sie sogar strafrechtlich vorgegangen. Sie stellte Strafanzeige wegen Unterschlagung, weil er bei seinem Auszug Einrichtungsgegenstände mitgenommen haben soll, die bereits an die GeWo übereignet waren. Nun hofft Manfred Enzersberger, dass er dem Arco neues Leben einhauchen kann. Wenn er das Schlösschen am 15. März eröffnet, ist im Grunde nichts mehr so, wie bei seinem Vorgänger. Enzersberger versucht vielmehr, ein Stück weit auch zurück zu den Wurzeln zu gehen. Der noble Hochsitz über der Donau mit der neu bestuhlten Terrasse soll wieder zu einem „gemütlichen Wohnzimmer“ für die Gäste werden, wie er sagt. Denn neben dem lockerer und flexibler gestalteten, edel mit dunkelgrauen Lederstühlen eingerichteten Restaurantbereich soll sich die ehemalige Lounge quasi als „Wirtsstube“ etablieren. Hier könne jeder, ob Radfahrer oder Spaziergänger, Einkehr halten, an dem neuen, großen Tisch Platz nehmen und eine Kleinigkeit essen oder trinken. „Wir sind kein reines Speiselokal. Nur für fein Essen gehen oder elegante Veranstaltungen wie Hochzeiten oder Geburtstage würde sich das Arco nicht rechnen“, sagt Enzersberger. Gerade deshalb will er sich mehr an den ersten Gastronom Siegmund Völk orientieren und wieder Stammtische etablieren. Er hofft, dass vor allem die Neuburger das Angebot wenigstens einmal ausprobieren werden. An gastronomischer Erfahrung mangelt es dem Sohn von Edith Enzersberger, der Ex-Inhaberin des Café Huber, im Übrigen nicht. Er ist noch Pächter des Stadttheaters Ingolstadt und des Neuburger Kolpinghauses, beliefert die Saturnarena und das Carrara Bierfest und hat mit Gattin und Hotelfachfrau Michaela, die das Café Zeitlos führt, eine ebenfalls erfahrene Partnerin an der Seite. Geöffnet sein soll das Arco mittwochs bis freitags ab 17 Uhr, am Wochenende ab 11 Uhr. Wie es sich über die Wintermonate gestaltet, müsse sich zeigen.

Kieferlbräu: Zu Ende ging jetzt die Ära der Familie Hoinle im Hotel Kieferlbräu, deren Geschichte dort 1967 begonnen hatte. Wie bereits berichtet, hat Bauunternehmer Hans Mayr das traditionsreiche Anwesen in der Eybstraße neben dem Kaufhaus Bullinger gekauft. Ein passender Nachfolger habe sich noch nicht gefunden. Die Alternative zu Wirtshaus und Hotel wären Wohnungen mitten in der Stadt. „Das wäre ja für Neuburg auch nicht so schlecht“, meint Mayr.

Hofgarten: Mitte Dezember musste das Restaurant Hofgarten früher als geplant schließen. Über die Ruhetage war ein Heizungsrohr geplatzt, das Wasser schwemmte den Boden auf und durchnässte die Wände. Wenn man so will, kam der Schaden allerdings zum richtigen Zeitpunkt. Denn Ende des Jahres hätte das Lokal ohnehin geschlossen, weil zwingend notwendige Baumängel behoben werden müssen. Insbesondere die Küche entsprach hinten und vorne nicht mehr den Ansprüchen, erzählt Restaurantleiter Mario Reichenbach. Deshalb wird diese komplett erneuert und vor allem auch vergrößert. Dafür wird der Bereich des ehemaligen Backhäuserls, der bislang als Lager diente, mit ausgebaut. Die Gaststube bleibt indes in ihrer Grundstruktur erhalten. Hier wird sich außer neuen Polsterbezügen (in Königsblau), neuen Vorhängen und einem neuen Wandanstrich optisch nichts ändern – vorausgesetzt, die Theke kann wegen des Wasserschadens erhalten bleiben.

Die Wiedereröffnung ist derzeit für Mitte April geplant. Zu einem späteren Zeitpunkt soll es dann auch eine Eröffnungsfeier geben.

Rennbahn/Café Huber: Nach langwierigen Verhandlungen wird diesen Sommer auch der Außenbereich für die Rennbahn eröffnet. Mario Reichenbach stellt sich für sein zweites Restaurant einen Hopfengarten vor: Aus großen Trögen heraus sollen die Ranken gen Himmel wachsen und dem Innenhof eine heimelige Atmosphäre geben. Während der Hofgarten einen klassischen Biergarten mit dazu passenden Gerichten bietet, soll der Rennbahn-Innenhof die „Terrasse“ des Restaurants sein. Eröffnung soll im Mai sein.

Darüber hinaus darf sich die Rennbahn über neue Stammgäste freuen. Nach dem Verkauf des Café Huber zieht der Seniorentanz in die Rennbahn um. Im dortigen Saal wird DJ Sepp Eichinger erstmals am morgigen Donnerstag von 14 bis 18 Uhr für die passende Musik zum Tanzen sorgen.

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