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06.07.2010

Gute Songs, gute Mischung, gute Stimmung

Ein Unfall zwingt Lizzy Aumeier zeitweise in den Rollstuhl. Doch ihr bissiger Humor hat darunter nicht gelitten. Fotos: Annemarie Meilinger
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Ein Unfall zwingt Lizzy Aumeier zeitweise in den Rollstuhl. Doch ihr bissiger Humor hat darunter nicht gelitten. Fotos: Annemarie Meilinger

Neuburg Es herrscht WM-Feierstimmung in Deutschland. Auf dem Karlsplatz steht eine Tribüne und das Wetter ist endlich sommerlich warm. Die Bedingungen konnten nicht besser sein für das Karlsplatz-Open-Air der Marienheimer Kunstscheune. Nur eine Beschränkung wurde den Veranstaltern um den Musiker Clemens Benecke alias C.B. Green auferlegt: um halb Elf muss wieder Ruhe einkehren in der Altstadt. Doch bis dahin genossen die Besucher auf der fast vollen Tribüne ein dichtes, abwechslungsreiches Programm.

Den Anfang machte die selbsternannte Sexgöttin Lissy Aumeier aus der Oberpfalz. Die tief dekoltierte Walküre lässt sich derzeit fahren, von ihrem "Pfleger" - in einem Rollstuhl sitzt sie, den linken Fuß geradeaus gestreckt wie eine Kanone. Den schlimmen Unfall vor ein paar Wochen hat sie schwer verletzt überlebt, der Fuß ist vielfach "sauber und ordentlich genagelt". Ihr beißender Humor hat offensichtlich nicht gelitten und so führt sie weiter ihren Feldzug gegen alles aalglatte und oberflächlich Schöne, gegen Geldgier und Intoleranz.

Die Frauen bei Rosamunde Pilcher seien so gleichblond und langweilig wie bei Inga Lindström. Nur bei James Bond hätten die Damen mit 90-60-90 Maßen auch einen Doktortitel der Physik, doch die Realität sieht anders aus und heißt Angela. "Irgendwann" sagt sie, wenn nach viel Botox und Operationen "endlich alle so aussehen wie Claudia Schiffer - komme ich, das sitz ich aus".

Wer die regelmäßigen "Songwriter's Specials" in der Kunstscheune kennt, kennt Clemens Beneckes Musikerfreunde. Allen gemeinsam ist die Originalität der Musik, der selbst gemachte Song und der spontane Vortrag. Stimme, Gitarre und ein bisschen Technik reichen aus, der Rest ist Können und Charisma. Bonita ist "ganz zufällig" in Kapstadt groß geworden, in Deutschland wurde ihr musikalisches Talent entdeckt. Jetzt singt sie ihre Balladen zur Gitarre: Geschichten von Liebe und Vergessen, vom Heimkommen und zerbrochenen Träumen vom sorglosen Leben. André de Long, der in Schweden lebende Südafrikaner, ist in seinen Songs seiner Muttersprache treu geblieben. Er nimmt die Zuhörer ein, zunächst mit ein paar zaghaften rhythmischen Phrasen, nimmt sie mit bis sie mitmachen und an Lautstärke gewinnen. Ein bisschen afrikanisches Lebensgefühl macht sich auf der Tribüne breit.

Die Stimme von Chris Boettcher ist in Bayern 3 als "Fußballexperte" allgegenwärtig und seine Modelsatire "Zehn Meter geh'" in den Bierzelten des Freistaats zu Hause. Ganz aktuell nimmt er "Waldis WM-Club" auf die Schippe samt der Lichtgestalt, Jogi, Kalli und Angela. Notgeile Bauern in RTL, geldgierige Banker, blubbernde Politiker und die ewig polierten Fernsehgesichter bekommen eine "Bockfotzn" und die Zuschauer dürfen mitmachen. Am Ende einer Strophe dürfen sie ihrem Lieblingsfeind kräftig eine klatschen - nur symbolisch - es scheint großen Spaß zu machen. Die Zuhörer waren offensichtlich begeistert.

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