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Neuburg

18.11.2018

Heilig-Geist-Kirche: Ein gutes Blatt für einen guten Zweck

Ausnahmsweise zeigt Heiner Stanek sein Blatt. Denn Kartler lassen sich gar nicht so gerne über die Schulter schauen. Der Sehensander spielte am Freitagabend gegen Felix Metz (hinten rechts) vor Herbert Kohler (links vorne) und Günter Bock (hinten links).
Bild: Manfred Dittenhofer

Mit einem Schafkopfturnier wird die Sanierung unterstützt. 60 Spieler waren dabei – darunter auch ein Chinese, der neue Diakon der Pfarrei.

Sechs Karten, davon vier Trümpfe. Wer die blaue Sau hat, weiß man am Anfang nicht. Aber der mit der Sau ist der Verbündete. Die anderen beiden sind die Gegenspieler. Beim Schafkopfen entscheidet das Glück nur, welche Karten man vom Geber erhält. Danach sind Erfahrung, Verstand, Gedächtnis und Gefühl verlangt. Wer gut mitspielen will, sollte sich schon die Karten einiger Stiche merken können. Und genau das konnten sie alle, die Männer und auch viele Frauen, die am Samstag beim Schafkopfturnier im Heilig-Geist-Pfarrheim in Neuburg teilnahmen. Noch dazu für einen guten Zweck. Denn das Startgeld kommt der Kirchensanierung zugute.

Das freute auch Stadtpfarrer Herbert Kohler, der selbst passionierter Schafkopfspieler ist und natürlich an dem Turnier teilnahm. Er war einer von 60 Spielern, die am Samstagabend um die Ehre und für einen guten Zweck Karten spielten. Den Sieger lud Pfarrer Kohler mit einer weiteren Person zum Essen im Pfarrheim ein. Den Vorletzten übrigens auch, als eine Art Trostpflaster.

Gespielt wurde in zwei Runden zu je 32 Spielen. Die Tischbesetzungen wurden vorher ausgelost. Statt um Geld wurde um Punkte gespielt. Herbert Kohler saß mit Heiner Stanek aus Sehensand und mit Günter Bock und Felix Metz aus Neuburg am Tisch.

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Für Pfarrer Herbert Kohler gehört das Schafkopfen zum Reisen dazu

Was die Faszination des Schafkopfens ausmacht? „Jedes Spiel ist anders“, erzählt Johann Schlamp. Er ist Vorsitzender der Schafkopffreunde Neuburg. Der Verein, der 135 Mitglieder hat, fungierte am Samstagabend als Organisator und Ausrichter des Turniers. Einmal im Monat trifft man sich in der Gaststätte Assmann-Kreil zum Spiel. Im kommenden Jahr wird es einen Vhs-Kurs geben, bei dem man das Schafkopfen erlernen kann. In Bayern gehört das Kartenspiel einfach zu den Stammtischen.

Und auf Reisen gehört es zu Herbert Kohler. „Es sind immer ein paar dabei, die schafkopfen.“ Wie sehr der Neuburger Pfarrer das Kartenspiel liebt, zeigen seine Silvesterabende. Seit einigen Jahren wird zum Jahreswechsel die ganze Nacht hindurch Karten gespielt.

Am Samstag kamen rund 700 Euro für die Heilig-Geist-Kirche zusammen. Das Geld wird für die statische Sanierung der Kirche bitter benötigt. Gerade sei die Ausschreibung für die Reparatur der Kirchendecke ins Internet gestellt worden, so Kohler.

Die Pfarrei Heilig Geist hat jetzt einen Diakon aus China

Die Neuburger Pfarrei hat übrigens einen neuen Diakon. Josef Li Peng Cui kommt aus China, ist erst seit einer Woche in Neuburg und kennt viele chinesische Kartenspiele. Er wollte sofort mitmachen bei dem Turnier. Aber so einfach ist das aus dem Stand nicht, musste der Chinese erkennen und erhielt am Samstag von Christian Wohlhüter einen Einführungskurs. Alleine die Spitznamen der Spielkarten sorgten für einige Verwirrung: Wieso die Grüne Ass blaue Sau heißt oder die Eichel Sau auch Alte genannt wird, erschloss sich dem asiatischen Gast nicht. Wie auch, wenn es die Einheimischen auch nicht immer wissen. Aber eines ist klar: Cui will weiter die Geheimnisse des Schafkopfens ergründen. Damit hat Herbert Kohler bald einen weiteren Mitspieler.

Gewonnen hat übrigens Johann Schlamp mit 91 Guten, also Pluspunkten nach insgesamt 64 Spielen.

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