Newsticker

Bayerns Ministerpräsident Söder sieht Kampf gegen Corona in entscheidender Woche
  1. Startseite
  2. Lokales (Neuburg)
  3. Internationales Finale im Birdland

Neuburg

29.05.2015

Internationales Finale im Birdland

Trilok Gurtu ist ein begnadeter Percussion-Virtuose. Am Samstag tritt er mit Tulug Tirpan als Duo auf.

Am Wochenende stehen im Neuburger Jazz Club vor der Sommerpause ein Bassist und ein Percussion-Virtuose im Fokus

Neuburg Am Wochenende geht es noch einmal in die Vollen: Die letzten zwei Konzerte im Birdland Jazz Club gestalten zwei international renommierte Bands. Am Freitag darf man gespannt sein auf das Trio des Bassisten Christian McBride. Für dieses Konzert sind allerdings nur noch Stehplätze vorhanden. Den Schlussakkord setzt am Samstag das Duo Trilok Gurtu – Tulug Tirpan.

Freitag: Manchmal hat es den Anschein, als wäre Christian McBride schon immer da gewesen. Seit den frühen 1990er Jahren omnipräsent bei Joe Henderson, an der Seite von Jazz-Größen wie Sonny Rollins, Chick Corea, Herbie Hancock oder Pat Metheny, von Pop-Titanen wie James Brown oder Sting und von Klassik-Legenden wie Kathleen Battle oder Edgar Meyer. Als Bassist eigentlich eine Randfigur per se, spielte er von Beginn seiner Karriere an die Hauptrolle, inszenierte sich gekonnt als Leader, wurde gehypt und hofiert. Während andere sich ihre Reputation mühsam erarbeiten mussten, hatte er sie einfach. Jetzt, mit 43 Jahren, legt er sein persönliches Mantra als Musiker ab. Keine populäre Anbiederung, sondern Musik, um mit den Menschen zu kommunizieren.

McBride und seine kongenialen Partner Christian Sands (Piano) und Ulysses Owens jr (Drums) verbeugen sich tief vor der Jazz-Tradition und seiner zentralen Gattung, dem Klavier-Trio. So steht sein aktuelles Programm in der direkten Nachfolge eines Oscar Peterson, etwa im Stück „Hallelujah Time“. Da ist McBride wieder ganz der brave Sideman, der Bassist, der unter dem Solo von Sands fein die Viertel laufen lässt. Unaufdringlich, mit einer natürlichen Autorität, drückt er der Band seinen Stempel auf. Ein Festabend der melodiösen, swingenden Geschichten erzählt von einer großartigen Band.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Samstag: Er gilt als die personifizierte Synthese von Jazz, Klassik und Weltmusik. Seit den Kindertagen ein begnadeter Tabla-Spieler, der seinen Aktionsradius längst auf Becken, Hi-Hats, Snaredrums, Tomtoms, Congas, Dhol-Trommeln, Gongs und Glocken ausgedehnt hat, die er mit aberwitziger Virtuosität zu bedienen weiß, gilt Trilok Gurtu als der vielleicht beste Percussion-Virtuose des Planeten. Dennoch besitzt der 1951 in Mumbai geborene, aber schon seit 1978 in der Nähe von Hamburg lebende Tausendsassa einen deutschen Pass. Der wahrscheinlich globalisierteste Bundesbürger der Jetzt-Zeit, ausgestattet mit einem geradezu entwaffnenden Übermaß an Toleranz, Offenheit und Neugier. Aus diesem Grund wagt sich Gurtu nun mit dem türkischen Pianisten Tulug Tirpan – ebenfalls ein Grenzgänger zwischen Klassik und Jazz – erneut auf musikalisches Neuland. Tirpan reichert Gurtus farbenfrohe Klanggemälde mit seiner melodischen Eleganz an und baut eine Brücke von Anatolien über den Balkan bis hin in den Westen.

Obwohl Trilok Gurtu im Laufe seiner Karriere mit so ziemlich jedem großen Jazzmusiker wie John McLaughlin, Don Cherry oder Jan Garbarek arbeitete, sagt er von sich: „Ich bin kein Jazzer. Keiner wird mich je irgendwo festlegen können. Ich bin offen für alles.“ Das spannende Finale einer großen „Birdland“-Saison. (nr)

Kartenservice: Telefonisch: 08431 41233, per Fax 08431 46387, übers Internet: reservierung@birdland.de oder ab 19.30 Uhr an der Abendkasse.

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren