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Neuburg

14.12.2015

Isabella Braun: Ehrerweisung für eine besondere Frau

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5 Bilder
200. Geburtstag von Isabella Braun
Bild: Manfred Rinke

Die Jugendbuchautorin und Volksschullehrerin Isabella Braun hätte am Samstag ihren 200. Geburtstag gefeiert.

Die Erinnerung an Isabella Braun (1815-1886) wurde am Samstag auf besondere Weise wach gehalten. Zu Ehren ihres 200. Geburtstages widmeten sich gleich mehrere Veranstaltungen an verschiedenen Orten der in Jettingen geborenen Jugendbuchautorin und Volksschullehrerin.

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Als Namensgeberin der Sprachheilschule war sie über viele Jahre stets präsent. Doch als ein Teil des Sonderpädagogischen Förderzentrums geht diese nun in der Walter-Asam-Schule auf. Auch wenn er es sich anders gewünscht hätte, müsse diese mehrheitlich getroffene Entscheidung des Kreistages respektiert werden, sagte Oberbürgermeister Bernhard Gmehling beim offiziellen Empfang der Stadt. Dieser fand vor zahlreichen Besuchern beim Bücherbasar des Neuburger Lions Clubs in der ehemaligen Amalienschule statt, dort, wo die in Jettingen geborene Isabella Braun bis 1841 über zehn Jahre lang Kinder unterrichtet hatte. Gmehling dankte dem ehemaligen Kulturamtsleiter bei der Stadt Neuburg, Dr. Dieter Distl und seiner Familie, die viel Unterstützung „für diese Ehrerweisung einer großen Persönlichkeit“ erfahren haben. Dadurch wurde nicht nur die anschließende Lesung mit Schauspielerin Monika Baumgartner und die musikalische Begleitung durch den Chor Windrose sowie einem weihnachtlichen Bläserquartett der Stadtkapelle ermöglicht. Auch bei der Verwirklichung, 23 „Weihnachtsgeschichten“ (Orginaltexte in „Gesammelte Erzählungen“ von Isabella Braun, Band 9) und als 24. Beitrag die „Vakanzfreuden“ von Isabella Braun als ein Buch zu veröffentlichen, sei Distl viel Hilfe zuteil geworden. Sowohl durch den Verleger Eduard Kastner als auch durch Karikaturist Horst Haitzinger, der das Titelbild dafür kreierte. „Diese Weihnachtsgeschichten sind der schönste Adventskalender, den wir in Neuburg haben“, sagte Gmehling.

Zwar würde der Verschönerungsverein mit dem schon unmittelbar nach ihrem Tod 1886 errichteten Denkmal im Englischen Garten die Erinnerung an Isabella Braun wach halten. Dennoch werde sich die Stadt, so Gmehling, Gedanken darüber machen, welchen Platz, welchen Weg oder welche Straße sie nach ihr benennen könnte.

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Unter den Gästen beim Empfang waren übrigens auch Julie und Dr. Thomas Braun aus Jettingen und Augsburg sowie Hanns-Peter Horst aus Simbach am Inn. Während er bereits erforscht hat, dass er der Ururgroßneffe von Isabella Braun ist, sind die Brauns noch auf der Suche nach ihrem exakten Verwandtschaftsverhältnis zur Autorin.

Zwei Stockwerke höher, im nahezu voll besetzten Kongregationssaal, las im Anschluss Monika Baumgartner drei Geschichten aus dem neu erschienen Buch, als letzte die Vakanz-, also Ferienfreuden. Dazwischen sangen die Gäste Weihnachtslieder aus der Zeit, in der Isabella Braun lebte. Abschließend das allseits bekannte „Ihr Kinderlein kommet“ von Christoph von Schmid. Er war einer derjenigen, die Isabella Braun nach ihrer Zeit als Lehrerin zum Schreiben ermutigte. Musikalisch begleitet wurde das Publikum dabei von einem weihnachtlichen Bläserquartett der Stadtkapelle und Werner Lecheler am Flügel. Der Leiter des Chors Windrose hatte sich zudem die Mühe gemacht, ein Weihnachtsgedicht von Isabella Braun zu vertonen. Der Chor ließ es zur Uraufführung erstmals in der Öffentlichkeit erklingen. Der Reinerlös aus den Veranstaltungen in der Amalienschule kommt dem Verein Elisa zugute.

Zu Ehren der Jugendbuchautorin luden am späteren Nachmittag Neuburgs CSU-Frauen an deren Geburtstag wieder an das Denkmal im Englischen Garten. Eines vorweggenommen: Die mit einem Lichterweg inszenierte, traditionelle Veranstaltung hätte am runden Geburtstag von Isabell Braun, der ehemaligen Neuburger Lehrerin, mehr Teilnehmer verdient. Neben den Organisatorinnen Roswitha Hass, Vorsitzende der Frauen Union, und Brigitte Bößhenz, waren 15 Frauen und Männer dabei. Seit über 20 Jahren gibt es die Lichterfeier am 12. Dezember. „Wir wollen die Feier weiter durchführen, denn Isabella Braun hat das verdient“, so Hass. Nach einer kurzen Weihnachtsgeschichte aus der Feder von Isabella Braun, berichtete Hass, dass sich die Frauen Union nach wie vor für den Namen Isabella-Braun-Schule in Neuburg einsetzen werde. Welche Schule künftig danach benannt werde, sei egal. „Hauptsache es wird wieder eine Isabella-Braun-Schule in Neuburg geben.“

Fast zeitgleich lud der Verschönerungsverein Neuburg mit einer Ausstellung, Bilder und Schriften von Isabella Braun, in das Café Wortschatz von Hedwig Eser am Donaukai. Zur Vernissage las Faniza Möller aus verschiedenen Publikationen von Isabella Braun. „In Neuburg ist es schön“, diesen Leitsatz verkündete die Lehrerin und Dichterin auch nach ihrer Zeit immer wieder. Und dieser Maxime lauschten die interessierten Zuhörer am Samstagabend.

Den Abschluss der „Geburtstagsfeierlichkeiten“ bildete am Abend ein Vortrag von Dr. Peter Czoik im Neuburger Stadttheater. Der Experte von der Bayerischen Staatsbibliothek in München ging dabei ausführlich auf die Biografie von Isabella Braun ein. Außerdem versuchte Czoik eine wissenschaftliche Einordnung der Werke von Isabella Braun, insbesondere auch ihrer Weihnachtsgeschichten.

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