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Mordfall Franziska

27.04.2015

Kinderpornos und Schläge vom Vater: Über Stefan B.s Vergangenheit

Im Mordprozess um die getötete Franziska ging es am Montagvormittag in Ingolstadt um die familiäre Situation des mutmaßlichen Täters Stefan B. - und um seine Vorstrafen.

Stefan B. steht im Prozess um den Mord an der zwölfjährigen Franziska nicht zum ersten Mal vor Gericht. Neun seiner Vorstrafen kamen am Montagvormittag in Ingolstadt noch einmal zur Sprache, zwei davon wiegen besonders schwer.

So fiel der junge Mann 2008 und 2011 wegen des Besitzes kinderpornografischer Schriften auf. Insgesamt waren mehr als 50 Bilder und weitere rund 50 Videodateien bei Stefan B. gefunden worden. Die missbrauchten Kinder, die darauf zu sehen waren, waren alle deutlich unter 14 Jahre, die Jüngsten gerade einmal drei.

Ein Gutachten von 2008 aber bescheinigte: Von Stefan B. gehe keine Gefahr aus. Die kinderpornografischen Fotos habe er lediglich aus Neugier und Naivität heruntergeladen.

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Stefan B. wurde von seinem Vater geschlagen

Nicht nur Stefan B.s Straftaten, darunter auch Beleidigung, Betrug, Körperverletzung und wiederholtes Fahren ohne Fahrerlaubnis, wurden am Montag vor dem Ingolstädter Landgericht thematisiert. Daneben ging es um den familiären Hintergrund des mutmaßlichen Mörders.

So soll Stefan B. von seinem Vater immer wieder geschlagen worden sein, ständig habe er als "Sündenbock" herhalten müssen. Seine Schwester habe der Vater wie eine Prinzessin behandelt.

Ein Absperrband der Polizei hängt am 17.02.2014 an einem Baum am Rathei-Weiher zwischen Zell und Karlshuld bei Neuburg a.d. Donau (Bayern), wo Spaziergänger am Vortag eine Leiche gefunden haben. Ein zwölfjähriges Mädchen ist dort Opfer eines Gewaltverbrechens geworden. Ein Verdächtiger wurde festgenommen, schweigt aber. Foto: Andreas Gebert/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
13 Bilder
Der Mord an der zwölfjährigen Franziska
Bild: Andreas Gebert, Xaver Habermeier

Stefan B.s Mutter hingegen habe ihren Sohn überbehütet, hieß es vor Gericht. Sie habe stets versucht, jede Anstrengung von ihm fernzuhalten. Von vielen wird der junge Mann wohl gerade deshalb auch als "lebensuntüchtig" beschrieben.

2001 kam es zur Trennung der Eltern, die für den heute 27-Jährigen trotz seines schlechten Verhältnisses zu seinem Vater ein Schock gewesen sein soll. Er soll die Familie von einem Tag auf den anderen für eine andere Frau verlassen haben.

Das Urteil könnte am 11. Mai gefällt werden, mit den Plädoyers ist bereits am kommenden Mittwoch zu rechnen. wüb

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