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Klassik
20.04.2019

Mit schlichter, harmonischer Melodiegestaltung

Mit Freude am Werk: die belgisch-israelische Pianistin Edna Stern, im großartigen Zusammenwirken mit dem GKO.

Edna Stern und das Georgische Kammerorchester erfreuen mit seltenen Werken von Mayr und Gade

Die belgisch-israelische Pianistin Edna Stern präsentierte im vierten Abo-Konzert des Georgischen Kammerorchesters (GKO) zwei Konzerte für Klavier und Orchester des aus Mendorf (Landkreis Eichstätt) stammenden Komponisten Johann Simon Mayr. Zu seiner Zeit war Johann Simon Mayr ein großes, wenn nicht das zentrale Vorbild. Auch Komponisten wie Vincenzo Bellini, Gaetano Donizetti, Gioacchino Rossini oder Giuseppe Verdi, die heute gemeinhin ungleich bekannter sind, schätzten ihn und orientierten sich an ihm. Als Einflüsse seines regen Schaffens sind vor allem die „Mannheimer Schule“, Wolfgang Amadeus Mozart, Christoph Willibald Gluck und Joseph Haydn zu nennen. Umso passender war es auch, dass im Verlauf des Konzertabends dessen zwei Klavierkonzerte mit Joseph Haydns Sinfonie Nr. 25 gekoppelt wurden. Die Klavierkonzerte von Mayr sind beide sehr zyklisch angeordnet, klingen vom Ton her rein und sind vielfach von einfacher Struktur. Trotz einzelner etwas langatmiger Phrasen verdienen sie es, neu intoniert zu werden. Edna Stern, die glanzvolle Pianistin, bestens begleitet vom GKO, unter der einmal mehr herausragenden Leitung von Ruben Gazarian, verfügt über eine schier makellose Tonalität. Mit schlichter, harmonisch wirkender Melodiegestaltung, ihrer spürbaren Freude am Musizieren, perlenden Läufen, die immer wieder an Mozart erinnern, und reich ausgeschmückter Ornamentik wusste die in Tel Aviv ausgebildete Künstlerin ungemein zu beeindrucken. Vor allem auch bei den langsamen Sätzen wirkte ihr Spiel keineswegs monochrom und sie erfreute durch dynamisch weiche Abstufungen sowie gleichermaßen solistische Prägnanz.

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