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Neuburg-Ried

21.11.2019

Mini-Zimmer geht in Flammen auf

50 Zentimeter lang, hoch und breit ist das Zimmer, das Markus Geis für seinen Versuch zusammengezimmert hat.
Foto: Markus Geis

In Ried setzt man zur Schulung auf eine neue Art der Branddarstellung. Was das bringt und welche Gegenstände vertreten sind.

Vorhänge im Miniaturformat, ein paar Zentimeter Parkettboden, darauf ein winziger Teppich, ein kleines Tischchen und darauf die Neuburger Rundschau als Miniausgabe. Mit viel Liebe zum Detail hat Markus Geis die 50 mal 50 Zentimeter große Holzbox als Wohnzimmer eingerichtet, um sie dann in kürzester Zeit zu vernichten. Am Ende eines Schulungstages ging sie in Flammen auf und mit ihr die liebevolle Einrichtung.

Markus Geis ist bei der Feuerwehr Ried, war Atemschutzträger und hat sich inzwischen – mit 55 Jahren – auf die Schulung der jungen Kollegen konzentriert. Dabei setzt er auf neue Konzepte. „Theorie ist gut, aber die komplexen Brandabläufe in echt zu sehen, ist besser“, sagt er. Deswegen hat er sich die Mühe gemacht und eine sogenannte Flashover-Box gebaut. „In den USA werden diese Boxen viel öfter verwendet“, weiß der Feuerwehrmann. Im Internet hat er sich eine Aufbauanleitung heruntergeladen und los gelegt. In vier Stunden hatte er ein Zimmer maßstabsgetreu nachgebaut.

Auf dem Tisch lag eine Neuburger Rundschau im Miniaturformat.
Foto: Markus Geis

Rieder Feuerwehr: 630 Grad nach acht Minuten

Rund 35 Feuerwehrleute der Freiwilligen Feuerwehr Ried ließen sich dann die verschiedenen Brandszenarien in der Holzbox zeigen. Nach der Entzündung eines kleinen Schwelbrandes konnten die einzelnen Brandphasen von der „Entstehungsphase“ eines Brandes bis zur kompletten „Raumdurchzündung“ beobachtet werden. Neben dem Feuer war auch der entstehende Rauch von großem Interesse. Beim Brand entstehen durch die Ausgasung (Pyrolyse) aus Stoffen brennbare, giftige Gase. Die Rauchfarbe, die Rauchdichte und die Bewegung des Rauches, können viel über den Brandfortschritt aussagen und sollten immer beobachtet werden. Ebenfalls konnten die verschiedenen Temperaturbereiche innerhalb des Brandraumes dargestellt werden. Zum Schluss wurde der Brandraum verschlossen, um einen „backdraft“ zu simulieren.

Dabei wird dem Feuer der Sauerstoff entzogen und dadurch die Flamme gelöscht. Die heißen Brandgase verbleiben aber im Raum und können sich durch einströmende Luft, wie das Öffnen einer Tür oder eines Fensters, explosionsartig wieder entzünden. Nach circa acht Minuten waren schon Temperaturen von rund 630 Grad mit der Wärmebild-Kamera zu messen. Der Versuch hat alle Kameraden überzeugt, sagt Markus Geis. Er möchte diese Art der Schulung mit anderen Szenarien in den Ausbildungsrhythmus nun öfter einfließen lassen.

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