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20.04.2015

Mit individueller Note

Cyrus Chestnut war im Birdland zu Gast.
Bild: Christian Wurm

Das Cyrus Chestnut Trio im Birdland

Immer wieder wird man eines Besseren belehrt, was Pianotrios betrifft, hat man doch vermeintlich schon alles gehört und Neues scheint es kaum mehr zu geben. Sicher ist auch jenes nicht neu im Sinne von revolutionär, was man von Cyrus Chestnut, dem 52-jährigen Pianisten aus Baltimore sowie seinen kongenialen Partnern Johnathan Blake an den Drums und Mads Vinding am Bass im Birdland Club zu hören bekommt. Vielmehr ist Chestnut in der Tradition eines Oscar Peterson beheimatet, wobei er vor allem aus den unerschöpflichen Quellen des Blues und Gospels schöpft und zudem auch immer wieder mal die Klassik zitiert. Werden die Standards und Jazzklassiker dann noch mit so viel Herzblut und Wärme wie von diesem Trio interpretiert, entsteht eine ganz besondere Klangcharakteristik mit individueller Note.

Gleich zu Beginn des Konzertes swingt das lateinamerikanisch angehauchte „No Problem“ – nomen est omen – problemlos in die Gehörgänge des Publikums. Billie Holidays Ballade „Darn That Dream“ beginnt Chestnut mit einem Bach’schen Intro und lässt auch mal einen verspielten, augenzwinkernden Triller mit einfließen; ganz unmanieriert, einfach aus dem Bauchgefühl heraus intoniert. Die folgenden, freien R&B-Improvisation gründen auf Themen von Monk und Pettiford. Rasant und mit ideenreichen, teilweise unkonventionellen Pianokaskaden garniert wird Chet Bakers „Have You Met Miss Jones“ intoniert. Bei „In A Sentimental Mood“ einer der schönsten Jazzballaden überhaupt, wird es richtig lyrisch. Bei den feinfühlig hingetupften Pianoakkorden, den melodiös und warm summenden Basstönen und den sanft mahlenden Besen wird einem warm ums Herz.

Zum Ende des Konzerts greift Chestnut auch noch kurz entschlossen zum Mikrofon und improvisiert mit spontan gereimten witzigen Versen und etwas Scatgesang zu „Body & Soul“, ehe jazzige Variationen über Beethoven- und Chopinthemen den Konzertabend endgültig beendeten.

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