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19.07.2010

Musik zum Zurücklehnen

Willy Astor als feinfühliger Gitarrist in "Sound of Islands". Foto: A. Meilinger
Bild: A. Meilinger

Neuburg Willy Astor? Das ist doch der, der mit den Möbeln haust, die Radio-Quasselmaschine und der mit den ewigen Wortspielchen. Nein, im Neuburger Schlosshof ist ein anderer. Es ist der Musiker, der auf einer Insel haust und sich immer wieder selbst entdeckt. Er ist Mittelpunkt eines Projekts, das er "Sound of Islands" genannt hat. Auf seine Inseln hat sich Willy Astor eine exquisite Gesellschaft eingeladen: zum einen den Komponisten zahlreicher Filmmusiken, Titus Vollmer, der als Gitarrist oft als bereichernder Improvisateur fungiert. Und den genialen Harfenspieler Kiko Petrozo, der südamerikanisches Flair in die Gruppe bringt und immer für überraschende Einwürfe sorgt.

Das Sound of Islands-Konzert beginnt mit einem Ouzo auf der griechischen Vulkaninsel Santorini. Willy Astors drohende Vereinsamung mündet in der melancholischen Melodie "Höhenflug", die er mit präzisem Fingerpicking auf seiner Stahlseiten-Gitarre zelebriert. Alleine steht er auch auf der Bühne als er mit viel Sehnsucht "Fly to me, Love" interpretiert, dann komplettieren die drei Musikerfreunde das Ensemble. Im Duett mit Martin Kälberer, der aus dem Fundus seiner Instrumente den "Hang" bearbeitet, eine linsenförmigen Blechtrommel, kommt Groove ins Spiel.

Aus dem neuen Album "Sound of Islands IV" spielen die vier "Sonntagsmelodie", eine Musik, die das Sonntagsgefühl zum Ausdruck bringt, eine Mischung aus guter Laune und Relax-Sound und wären die Klappstühle nicht so unbequem gewesen im Schlosshof, hätte man sich dabei entspannt zurück lehnen können. Es gibt Musik, die "eignet sich gut zum Bügeln", sagt Willy Astor und es gibt Musik, die tanzbar ist, wie beispielsweise "Amigo sempre" ein kraftvoller Flamenco und der "Tango de la Esperanza", bei dem zwei vorwärts treibende Gitarren von einem verspielten Piano (Martin Kälberer) begleitet werden. Ein brasilianischer Bossa Nova macht die Latino-Reise perfekt.

Curry-Landler als Zugabe

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Der Kilimandscharo ist auch eine Art Insel, doch der Schnee auf seinem Gipfel wird wohl den Klimawandel nicht überdauern. Willy Astor hat ihm ein Lied gewidmet. Mit viel Andacht nehmen die vier feinfühligen Musiker die 600 Zuhörer auf einen Trip in die Zukunft des majestätischen Bergs. Unter Wasser scheint die Welt lautlos, doch mit Gitarrensaiten, Trommelfellen und Harfenklängen schaffen die Musiker einen Tauchgang in die Tiefe zu "Nautilus".

Am Ende zeigt Kiko Petrozo, wieviel Funk in einer Volksharfe steckt, der angeblich notenunkundige Paraguayaner improvisiert, die drei Mitinsulaner "mischen sich dann ganz gepflegt ein" und es entsteht ein fetziges Klangmuster das die Zuschauer zu Extra-Applaus hinreißt. Das Publikum will mehr, die Musiker lassen sich am Ende lang betteln, spielen aber dann doch noch drei Zugaben: den Curry-Landler zum Erden, ein buntes Allerlei aus bekannten Melodien zum Mitsummen und am Ende ein Schmusestück zum Heimgehen.

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