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Neuburg

10.08.2013

Neuanstrich für die Studienkirche

Die ursprüngliche Farbe der Ursulinenkirche steht fest. Geplant ist eine stärkere Betonung der Fassade.

Wie in Seide gehüllt steht sie da, die Neuburger Studienkirche. Seit einigen Wochen fügt sich der Anblick einer umhüllten Kirche ins Neuburger Stadtbild. „Bis zum Sommer nächsten Jahres werden sich die Renovierungsmaßnahmen voraussichtlich ziehen“, erklärte Architekt Josef Breitenhuber. Das Ende der Renovierung sei zudem abhängig von der Länge und der Intensivität des Winters. „Der Winter darf auch vor März nächsten Jahres zu Ende gehen“, hofft Breitenhuber.

Durch das Gerüst konnten unzugängliche Stellen untersucht werden und Schadensstellen ausfindig gemacht werden. Besonders die Farbe aus den 60er Jahren war schädlich. „Die Dispersionsfarbe vom letzten Anstrich verträgt sich nicht mit den Naturfarben“, erläuterte Breitenhuber. Ein Abblättern der Farbe sei die Folge.

Die Voruntersuchungen haben neun Farbschichten zum Vorschein gebracht. Je nach Zeit und Epoche erstrahlte die Ursulinenkirche in verschiedenen Farben, auch rosa wurde gefunden. Unter anderen konnte die ursprüngliche Farbschicht von 1701 ausfindig gemacht werden. Nach Fertigstellung der Kirche 1701 dominierten die Farben weiß und gelb. Ziel sei es, die Kirche wieder in den ursprünglichen Farben zu streichen. Die Fassade vor der Einrüstung war „weiß und nicht besonders betont“, sagte Breitenhuber.

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Für die Dachstuhlstatik „schaut´s bis jetzt gut aus“, freut sich Breitenhuber. Auch die Bleche seien in Ordnung. Nur die Übergänge vom Putz zum Blech müssten neu geregelt werden. Die Untersuchungen förderten auch Kriegsspuren ans Tageslicht. Kirchtürme eigneten sich besonders als letzte Bastionen. Einschusslöcher wurden nur notdürftig überputzt.

1701 waren bei den Fenstern zusätzlich Gesimse aufgemalt. Das Kuratorium wünscht sich die Ausschmückung der Fassade damit. Die Gesimse würden eine stärkere Betonung der Kirche bewirken. „Es finden momentan Gespräche mit den Behörden des Denkmalschutzamtes statt“, erklärte Breitenhuber.

„Die Kosten für die Renovierungsarbeiten der Kirche belaufen sich auf 450000 Euro“, schätzt Stiftungsvorstand Anton Haberer. 150000 Euro könnten mit Geldern von Diözese, Stadt und von staatlichen Stellen gedeckt werden. Den Rest müsse die Stiftung selber aufbringen.

Bevor die Ausschreibungen an Handwerkerfirmen stattfinden können, müssen die Behörden des Denkmalschutzes ihre Zustimmung geben. Für eine bessere Einschätzung des Sanierungsumfangs werden in naher Zukunft an einer Musterfläche Renovierungsarbeiten vorgenommen.

Die Sanierung der Außenfassade der Kirche „ist nur der Startschuss für die Renovierung des restlichen Studienseminars“, erklärt Haberer. „Die fertig renovierte Außenfassade des Studienseminars wird sicher ein sehr positiver Beitrag für Neuburg, das Stadtbild und natürlich auch für die Neuburger Bürger.“ Für die Zukunft wünscht sich das Studienseminar eine größere Nutzung der Studienkirche. (tose)

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