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Neuburg
06.09.2021

Die Elisa-Familiensorge bietet in Neuburg wieder Trauergruppen an

Die Elisa-Familiennachsorge bietet Trauergruppen in Neuburg an.
Foto: Polednia

Ab Oktober bietet die Elisa-Familiennachsorge in Neuburg Gruppen für trauernde Eltern an. Das Angebot richtet sich an alle Eltern, egal unter welchen Umständen ein Kind ums Leben gekommen.

Es ist unmöglich, jemanden zu vergessen, den man in seiner Zukunft haben wollte. „Das Gute ist, das müssen wir nicht“, sagt Nadine Kotzur, Mutter eines verstorbenen Kindes und Mitbegründerin der Gruppe „Weiterleben ohne Dich“ für trauernde Eltern unter dem Dach von Elisa-Familiennachsorge.

Gemeinsam mit Simone Haftel, Sozialpädagogin und Systemische Familientherapeutin bietet der gemeinnützige Verein ab Oktober wieder eine geschlossene Trauergruppe für Eltern eines verstorbenen Kindes an, unabhängig vom Alter und davon, ob das Kind durch Krankheit, Unfall, plötzlichen Kindstod, Suizid oder anderweitige Gründe verstorben ist.

An acht gemeinsamen Abenden werden verschiedene Themen besprochen, wie die Verschiedenartigkeit des Trauerns, die Suche nach einem geeigneten Platz für das verstorbene Kind, der Umgang mit der Trauer in der Familie oder die Neudefinition des eigenen Ich und des Lebens nach dem Tod des Kindes.

Die Elisa-Familiennachsorge bietet in Neuburg Trauergruppen an

„Es tut gut, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen, denn wer es selbst erlebt hat, kann nachvollziehen, wie ich mich fühle“, so die Erfahrungen aus den Gruppen der vergangenen Jahre. „Neben viel Zeit für gemeinsame Gespräche und Erfahrungsaustausch möchten wir den Eltern aber auch Werkzeug mit an die Hand geben, um vor allem im Alltag besser zurechtzukommen“, erklärt Simone Haftel, die bereits viele Jahre Familien in dieser schweren Situation begleitet. „Du musst loslassen – Du musst vergessen – Du darfst nicht daran denken. Solche oder ähnliche Aussagen habe ich immer wieder gehört“, sagt Nadine Kotzur. Aber muss man das wirklich?

„Nein. In unserer Gruppe möchten wir den Eltern vermitteln, dass es nicht um Loslassen oder Vergessen geht – wie auch – sein eigenes Kind kann man nicht vergessen. Vielmehr geht es darum, das verstorbene Kind in dieses neue, andere Leben integrieren“, erklärt Simone Haftel. Gerade anfangs ist das Erinnern noch sehr schmerzhaft und schwere körperliche Arbeit, daher auch der Begriff „TrauerARBEIT“. Manchmal fühlt man sich nach einem normalen Tag, als wäre man einen Marathon gelaufen. Und auch Jahre später können Erinnerungen immer wieder dieses Gefühl hervorholen, aber oftmals mischen sich nach einiger Zeit auch schöne und freudige Erinnerungen dazu und die Gefühle verändern sich.

Das Angebot "Weiterleben ohne Dich" richtet sich an alle trauernden Eltern im Raum Neuburg

Elisa-Familiennachsorge lädt alle Eltern, die um ein Kind trauern (Mutter und/ oder Vater), zur Gruppe „Weiterleben ohne Dich“ ein. Sie findet im circa zweiwöchentlichen Rhythmus in den Räumen von Elisa (Neuburg, Bahnhofstraße 103b, 5. Stock) an folgenden Terminen statt: Freitag, 1. Oktober, und Freitag, 28. Januar 2022, jeweils von 18 Uhr bis 20.30 Uhr. Zudem an den Freitagen, 15. Oktober, 29. Oktober, 12. November, 26. November, 10. Dezember und 14. Januar 2022, jeweils von 18 Uhr bis 19.30 Uhr.

Anmeldung bitte bis Freitag, 24. September bei Nadine Kotzur unter 0160/ 968 17 223 oder nadine.kotzur@elisa-familiennachsorge.de. Die Anmeldung ist ebenfalls möglich bei Simone Haftel unter 0176/ 707 69 153 oder simone.haftel@elisa-familiennachsorge.de.

Sollte es aufgrund von Corona-Beschränkungen nicht möglich sein, die Gruppe in Präsenz durchzuführen, wird es voraussichtlich die Möglichkeit eines Online-Gruppentreffens geben. (nr)

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