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Neuburg

03.09.2019

Neuburger Feuerwehr fliegt zur WM

Platz für einen Zugang zur eingeklemmten Person schafften die Feuerwehrler mit dem Spreizer. 
Bild: Peter Maier

Nach dem Erfolg in Südafrika im vergangenen Jahr nimmt die Neuburger Feuerwehr an der Weltmeisterschaft in La Rochelle teil. Wie die Übung gelaufen ist.

Traditionell ist der „Rote Hahn“ (Feuer) der erklärte Feind aller Feuerwehrleute. Die gallische Version dieses Federviehs ist das Wappentier unseres großen Nachbarlandes im Westen. Vom 12. bis 15. September stellt sich die Freiwillige Feuerwehr Neuburg im französischen La Rochelle bei der Weltmeisterschaft einem internationalen Wettbewerb. Feurige „Hahnenkämpfe“ stehen allerdings nicht auf dem Programm.

Längst hat die technische Hilfeleistung, vor allem bei schlimmen Verkehrsunfällen, mit den Brandeinsätzen zumindest gleichgezogen. In der geschichtsträchtigen Seefahrerstadt an der Biscayaküste messen sich deshalb Feuerwehren aus aller Welt bei der Weltmeisterschaft der Unfallrettung. Für die Neuburger ist dies die zweite Teilnahme nach ihrem imposanten Auftritt in Südafrika.

Weltmeisterschaft: Das erwartet die Feuerwehr Neuburg

Dort starteten 32 Feuerwehren, erinnert sich Kommandant Markus Rieß. Diesmal rechnet Neuburgs Feuerwehrchef mit mehr Teilnehmern, vor allem aus europäischen Ländern aufgrund der kürzeren Anreise. Die deutschen Farben vertreten neben den Donaustädtern die Floriansjünger aus Schwarzenbek in Schleswig Holstein. Neuburgs Wehrleute wollen optimal vorbereitet am 10. September zur Weltmeisterschaft fliegen. Praxisorientiertes Training mit modernstem technischen Gerät soll dabei helfen. Geholfen haben auch Neuburger Bürger mit schrottreifen Unfallautos.

Erstversorgung an Ort und Stelle. Dafür sind die „Sanis“ Max Schaul und Florian Hausfelder von der Neuburger Feuerwehr zuständig.
Bild: Peter Maier

Zwei davon standen ineinander gekeilt auf dem Platz vor dem Rettungszentrum in der Karl-Konrad-Straße. Auf den ehemals fahrbaren Untersätzen lastete auch noch ein mächtiger Baumstamm. Es war also angerichtet für eine Übung zu einem „Standardszenario.“ Das bedeutet, dass sich in einem Autowrack eine eingeklemmte schwangere Frau befindet, deren Kreislauf stabil ist und die auch ansprechbar ist.

Dies allerdings auf Englisch, weil die WM ein internationaler Wettbewerb ist. Dazu haben die rettenden Feuerwehrleute 20 Minuten Zeit. Diese, wie auch die Kommandos, den Einsatz von technischem Gerät wie Spreizer, Rettungsschere, Stempel und Säbelsäge, dazu die Rettung und Erstversorgung der „verunfallten“ Person beobachtete ein Schiedsrichterteam vom Verein zur Förderung der Unfallrettung (VFDV) aus Amberg akribisch, um später ihre Bewertungen abzugeben.

Weltmeisterschaft: Neue Anforderungen für die Feuerwehr Neuburg

Die sechs Rettungskräfte, ein Captain, drei Techniker und die Sanitäter Max Schaul und Florian Hausfelder, bewiesen dabei, dass sie bei diesem „Rettungs-Standardszenario“ schon zum gehobenen Standard gehören. In La Rochelle aber müssen die Unfallretter der Feuerwehr drei Aufgaben erfüllen.

Dazu gehören die „Rapid-Version,“ bei der der Patient schnell gerettet werden muss – spätestens nach zehn Minuten. Als Krönung wartet dann eine Kombination aus Rapid- und Standardversion mit zwei Patienten, wovon einer schnell gerettet werden muss. Insgesamt dürfen die Floriansjünger dafür 30 Minuten brauchen. Erschwerend kommt hinzu, dass der Rettungstrupp während des Unfallaufbaus weggesperrt wird. „Damit soll ein Überraschungsmoment geschaffen werden,“ erklärt Markus Rieß.

Er fügt auch hinzu, dass bei einer solchen Übung richtig geschmeidig aufgebaut wird. Die Trainingsleistung, mit bestens gelungener Rettung der Patientin, fiel schon mal sehr überzeugend aus, sodass die Neuburger optimistisch in den Westen Frankreichs fliegen. Bereits im Mai 2020 wartet allerdings schon die nächste Herausforderung für Neuburgs Feuerwehrleute in der Unfallrettung. Sie treten bei der Deutschen Meisterschaft an.

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