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19.02.2015

Ottheinrichs Mühle war der Namenspatron

Heute steht nichts mehr von der Längenmühle

Der Längenmühlweg hat seinen Namen von der Längenmühle, die an der Münchener Straße stadtauswärts linker Hand knapp vor dem Längenmühlbach stand. Im Neuburger Kollektaneenblatt von 1861 ist nachzulesen, dass dieser Weiler aus drei Häuser bestand und dort 18 Menschen lebten. Er gehörte zur Pfarrei Heilig Geist in Neuburg und zur politischen Gemeinde Zell.

Erst 1888 wurde die Längenmühle nach Neuburg eingemeindet. Die Mühle, angetrieben vom Längenmühlbach, konnte ihren Dienst nur bis zur Kultivierung des Donaumooses verrichten, weil danach das Bachbett tiefer gelegt werden musste und der Bach damit zum Betrieb der Mühle nicht mehr geeignet war. Aus dem Anwesen wurde ein „Gasthaus zur Längenmühle“. Die Gegend um die Längenmühle hieß „Längenmühlweiher“, ein Rest des großen, zum Donaumoos gehörigen Sees. Die Längenmühle wurde vermutlich von Herzog Ottheinrich erbaut. Der Name „Längenfeld“ bezog sich damals auf die Gegend von der Längenmühle bis nach Zell.

Bürgermeister Hocheder errichtete 1895 zwischen Bahndamm und Längenmühl-Wirtschaft eine private Badeanstalt unter dem Namen „Moor- und Schwimmbad Neuburg“. Gespeist wurde das Bad vom Wasser des Längenmühlbaches. Ein am 4. Dezember 1902 bei der königlich-bayerischen Akademie für Landwirtschaft und Brauerei in Weihenstephan bei Professor Ernst Wein eingeholtes Gutachten kam zu dem Ergebnis, dass es sich um Moorwasser mit nennenswertem Gehalt an Eisen und Humussubstanzen handele, das nach Aussage des Amtsarztes Heilwirkung bei chronisch rheumatischen Leiden, Blutarmut und chronischen Hautkrankheiten haben solle. Das Wasser soll sehr weich und geschmeidig gewesen sein. Schon damals empfahl sich Neuburg „solchen Kranken, welche nicht teure, überfüllte Badeorte aufsuchen wollten, als billiger und angenehmer Kurort“. Die Wassertemperatur lag stets einige Grad über dem Donauwasser. Die Badezeiten waren für Damen und Herren getrennt festgesetzt. Für Damen fehlte bis dahin jede Gelegenheit zum Schwimmen und Schwimmen lernen.

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Nach 25 Jahren hat das Moorbad ausgedient

Im Jahr 1920 wurde die damalige Militärschwimmschule am Englischen Garten für die Einwohner freigegeben. Damit hatte das Moorbad an der Längenmühle ausgedient. Da zu weit vom Stadtzentrum entfernt, konnte die Anlage nicht in den Kneippkurbetrieb einbezogen werden. Sie wurde abgebrochen. Die Verschmutzung des Längenmühlbaches würde heute ein solches Bad nicht mehr ratsam und erst recht nicht gesundheitsfördernd erscheinen lassen. Die „Längenmühle“ wurde 80 Jahre später, im Jahr 2000, abgerissen.

Der Längenmühlbach entspringt in der Nähe von Hollenbach und nimmt seinen Weg vorbei an Baiern und Altmannstetten nach Neuburg. Bis zum Bau der Donau-Staustufen mündete er in der Höhe von Joshofen in die Donau. Seither liegt das Bachbett ab dem früheren Mün-dungsbereich parallel zur Donau und führt zur heutigen Mündung kurz nach der Bergheimer Staustufe.

Am 17. April 1950 beschloss der Stadtrat, der Fortsetzung des Weges „Am Schwalbanger“ bis zur Einmündung in die Münchener Straße bei der Längenmühle den Namen „Längenmühlweg“ zu geben.

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