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17.03.2015

Powerjazz mit Tradition

Tom Rainey-Quintett gastierte im Birdland

Musik mit ungeheurer Schubkraft: Schlagzeug und Bass als treibende Energiequellen, grollend, rollend, ohne Unterlass! „Obbligato“, die Band des New Yorker Drummers Tom Rainey bot im Birdland Avantgarde behauchten Powerjazz auf den Spuren einer sehr eigenwillig behandelten Tradition. Das Quintett zeigte, wie intensiv sich auch der Jazz moderner Prägung die klassischen Standards des Genres zu eigen machen kann.

Mitnichten traditionsvergessen ist eine Musikauffassung, die sich jede Menge Freiheit nimmt in der individuellen Interpretation von Klassikern wie Duke Ellingtons „Prelude to a Kiss“, Dave Brubecks „In Your Own Sweet Way“ oder Thelonious Monks „Reflections“. Es ist ja geradezu das Vorrecht des Jazz, Vorlagen kreativ und kollektiv der Originalität des Augenblicks anzuverwandeln.

Das „Obbligato“ der Themen vollzog sich dabei weitgehend implizit, wurde vorausgesetzt zur ebenso „obligaten“ Improvisation, in der die Melodien oft versetzt, gegeneinander geschaukelt und verfremdet wurden, ein wenig so, wie Picasso Aug‘ und Ohr ja auch nicht an der vermeintlich „richtigen“ Stelle malte.

Zwischen Powerplay und Askese erzeugten Drew Gress (Bass), Tom Rainey (Schlagzeug), Ingrid Laubrock (Tenorsaxofon), Ralph Alessi (Trompete) und Kris Davis am Piano schier schwindelnde Turbulenzen aus bekannten Weisen. Dass der spiritus rector dieser Musik auf dem Schlagzeughocker saß, gab ihr einen ganz speziellen, energiegeladenen Drive. Der tat den alten Standards gut und trieb den Winter aus den Knochen.

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