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Neuburg

10.10.2019

Roland Thiele hört als Stadtheimatpfleger auf

Roland Thiele war viele Jahre Vorsitzender des Historischen Vereins und hat ein enormes Fachwissen über „sein“ Neuburg. 
Bild: Gloria Geissler

Plus Warum das Neuburger Urgestein nach 17 Jahren seinen Rücktritt einreicht. 

Sein Job war kein leichter. Allzu oft war er der Buhmann, der von vielen Seiten Widerstand aushalten musste, von Stadtrat, Verwaltung, aber auch von Bürgern. Denn seine Hinweise, die dem Denkmalschutz und der Denkmalpflege dienten, waren nicht immer populär. Aber mit den Jahren hat sich Roland Thiele ein dickes Fell angeeignet. Er hatte gelernt einzustecken und Dinge nicht persönlich zu nehmen. Die Stadt hat ihm viel zu verdanken. So manches Fleckchen in Neuburg und so manches Bauwerk würde heute anders aussehen, wenn Thiele nicht eingeschritten wäre. Doch nun – nach 17 Jahren in diesem Ehrenamt – ist Schluss. Der Neuburger hat den Antrag gestellt, in der Stadtratssitzung am 22. Oktober von seinem Amt entbunden zu werden.

„Ich bin 77 Jahre alt. Da muss ich mich nicht entschuldigen, dass jetzt Schluss ist“, sagt Thiele lachend. Nach seinem Ausscheiden als Hauptamtsleiter bei der Stadt Neuburg, wählte ihn der Stadtrat 2002 zum Stadtheimatpfleger und damit in ein Ehrenamt, das Zeit frisst und Fachwissen erfordert. Die Heimatpflege hat das Ziel, das Landschafts- und Ortsbild zu bewahren sowie in künstlerischer, volkskundlicher, geschichtlicher und wissenschaftlicher Hinsicht Wertvolles zu erhalten. Außerdem soll sich der Stadtheimatpfleger dafür einsetzen, dass sich Neubauten bruchlos in das Bild der Heimat einfügen.

Der Neuburger Stadtrat muss Thiele von seinem Ehrenamt entbinden

Oberbürgermeister Bernhard Gmehling schätzt Thieles Arbeit sehr: „Er hat mir sehr viel Geschichtsbewusstsein für die Stadt vermittelt.“ Er sei manchmal unbequem gewesen, aber damit sei er in seinem Job goldrichtig gewesen.

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Auch wenn der Oberbürgermeister mit Thiele noch einmal das Gespräch suchen möchte, für den 77-Jährigen steht die Entscheidung fest: Er möchte aufhören. Doch so leicht ist das in seinem Fall nicht. So wie bis vor einigen Jahren bei Stadt- und Gemeinderäten müssen beim Stadtheimatpfleger nach wie vor ein Wegzug oder gesundheitliche Probleme vorliegen. So will es die Bayerische Gemeindeordnung. Der Stadtrat muss übernächste Woche also einen formellen Beschluss zu Thieles Rücktritt fassen.

Roland Thiele übernahm das Amt 2002

Im Zuge dessen will der OB eine neue Satzung beschließen lassen, in der festgelegt wird, dass das Ehrenamt des Stadtheimatpflegers – ebenso wie das der Feldgeschworenen oder Ortssprecher – auf die Wahlperiode von sechs Jahren begrenzt wird. Ein Ehrenamt auf Lebenszeit, so wie es Roland Thiele innehat, sei nicht mehr zeitgemäß.

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