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Neuburg

25.08.2020

So war der Auftakt des Kultursommers Neuburg mit Martina Schwarzmann

Martina Schwarzmann bei ihrem Auftritt im Rahmen des Neuburger Kultursommers.
Bild: Annemarie Meilinger

Plus Martina Schwarzmann eröffnet den Kultursommer im Schlosshof in Neuburg. Seit knapp zwanzig Jahren spielt Schwarzmann vor Publikum. Ein Altersprojekt ist bereits in Planung.

Ruckzuck ausverkauft waren die Karten für die zwei Auftritte von Martina Schwarzmann, die im Rahmen des Neuburger Kultursommers im Neuburger Schlosshof auftrat. Dann nahm das Augsburger Konzertbüro noch eine Nachmittagsvorstellung ins Programm. Seit nahezu zwanzig Jahren erarbeitet sich Martina Schwarzmann eine treue Fangemeinde, sie ist beliebt bei ihrem Publikum. Sie ist einfach nur „nett“, ihre Auftritte sind unspektakulär.

Ohne Effekthascherei und große Klamotte sitzt sie da mit ihrer Gitarre, erzählt Geschichten aus ihrem Alltag und singt dazu. Sie agiert weder anbiedernd noch „gschert“, sie verzichtet auf Politikerhäme und Klamauk. Sie scheint durch und durch sie selbst zu sein, die taffe vierfache Mutter vom Bio-Bauernhof.

Symbolfigur aus einem alpenländischen Reiseprospekt

Mit ihrer strengen Zopffrisur, dem geblümten Rock und dem Strickjackerl in leuchtendem Rot schaut sie aus wie eine Symbolfigur aus einem alpenländischen Reiseprospekt, der die Lust aufs Land wecken soll.

Endlich nach vier Monaten Coronapause wieder auf der Bühne zu sein, genießt sie. Das Ampferstechen auf dem Feld – „wir arbeiten jetzt Bio“ – war zwar auch ganz nett, wegen der vielen Leute am Feldrand, die „da plötzlich aus ihren Löchern gekrochen sind“ – hat dann aber doch gereicht.

Applaus gab es in dieser Zeit höchstens mal fürs Kochen, von den vier Kindern, die sie ihre „vier minderjährigen Mitbewohner“ nennt. Zu verantwortungsvollen Verbrauchern will sie die Vier erziehen, nicht drohen, erpressen oder schlagen, sondern mit Peinlichkeiten vorführen. Und gegen zu hohe Ansprüche hilft das Märchen von den gwamperten Meisenkindern, die vor lauter Fressen nicht mehr aus dem Nistkasten kamen. Die Kinder schlagen sich trotzdem – „hab ich bei der Erziehung versagt oder ist das genetisch?“ Diese Fragen scheinen viele Eltern im Publikum auch zu beschäftigen, weshalb es grummelnd und kichernd reagiert, Lachsalven hört man da seltener.

„I bin mitteloid, mittelgscheid und mittelschee“, singt Martina Schwarzmann

„Ordnung kann ich nicht“. Da hilft auch kein in den Haushalt geschmuggelter und gut gemeinter Aufräum-Ratgeber. Der Haushalt und insbesondere das Fensterputzen ist eben ein „never ending Scheißdreck“. Martina Schwarzmann hat eine bessere Taktik: „Gschieß“, der bayrische Begriff für Psychoterror in der Beziehung, „dann is mein Mann am Ende froh, dass ich bloß gschlampig bin.“

Fürs Fensterputzen sind Frauen eigentlich gar nicht geeignet. Wegen ihres vorne liegenden Schwerpunkts fallen immer wieder Frauen aus Fenstern und schließlich steht im „Antidiskriminierungsgesetz“ nichts darüber, dass nur Frauen Fenster putzen müssten.

„I bin mitteloid, mittelgscheid und mittelschee“, singt Martina Schwarzmann, außerdem ist sie sehr tolerant, vor allem zu Staubwuggerl und Nacktschnecken. Auch für den einen oder anderen Deppen hat sie Verständnis: „Ich gönn ihm, dass er ein Depp is“. Zum Ablästern ist der Weiberstammtisch da, wo man möglichst als letzte heimgeht, damit man nicht das nächste Opfer ist.

Eigentlich wollte sie Punkerin werden

Wenn es anders gekommen wäre, „wär ich gern a Punker worn“, singt die Gitarristin. Doch zum Rumlungern war nicht die Zeit und „wer hätt mich schon gesehen, wenn ich mit meiner Punkfrisur am Feldkreuz neben dem Acker rumgelungert wär?“

Doch es ist noch nicht zu spät. Die Punkband „Die heißen weißen Radisalzer“ – das Pedant zu den „Red hot Chilly Peppers“ wird das Altersprojekt der Martina Schwarzmann, wenn die vier minderjährigen Mitbewohner endlich ausgeflogen sind. Auf dem Bühnenhintergrund sollen dann nackerte Goaßlschnoizer auftreten – mindestens.

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