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Neuburg

22.01.2016

Sozialarbeit an der Grundschule

Sozialpädagogin Sonja Winter hat in der Schwalbangerschule ihr eigenes Büro. Sie hat eine wichtige Aufgabe, denn zu ihr kommen inzwischen viele Schüler mit ihren großen und kleinen Problemen.
Bild: Manfred Dittenhofer

Seit einem halben Jahr gibt es an der Schwalbangerschule einen Jugendsozialdienst. Er wird gut angenommen und könnte bald auch an anderen Grundschulen Realität werden.

Es war schnell klar, dass der Schüler Probleme mit sich herumträgt: Er war häufig müde und in sich gekehrt, wollte dem Unterricht nicht folgen und konnte sich nicht konzentrieren. In solchen Fällen ist normalerweise der Lehrer gefragt. Er muss herausfinden, was mit dem Schüler los ist und was diese Probleme verursacht. Nicht so an der Schwalbangerschule in Neuburg. Denn dort steht für solche Angelegenheiten seit Beginn des Schuljahres eine Jugendsozialarbeiterin bereit. Das lohnt sich: Denn Sozialpädagogin Sonja Winter hat rasch herausgefunden, dass das Kind familiäre Probleme nicht verarbeiten konnte.

Seit einem halben Jahr ist Winter an der Schwalbangerschule tätig. Nun hat sie von ihren ersten Erfahrungen berichtet. Sie konnte dem Schüler und seiner Familie helfen: durch Gespräche, aber auch durch die Vermittlung an andere kompetente Stellen, zum Beispiel im Jugendamt oder bei Hilfsorganisationen wie der Caritas.

Als Jugendsozialarbeiterin in der Grundschule hilft sie nicht nur den Kindern bei Problembewältigungen. Sie ist auch Ansprechpartnerin für die Eltern. Eine Aufgabe, die die Lehrer der Grundschule entlaste, wie Schulamtsdirektorin Ilse Stork betont. „Denn viele Probleme – egal ob Freundschaftsprobleme oder Mobbing – müssen häufig sofort gelöst werden. Das geht auf Kosten der Unterrichtsstunde. Zeit, die der gesamten Klasse fehlt.“ Winter kann sich um die Kinder mit den Problemen kümmern, die Lehrkraft um den Unterricht für die restliche Klasse.

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Die Sozialpädagogin, selbst eine Neuburgerin, die als Kind die Grundschule im Englischen Garten besucht hat, zieht ein positives Resümee: „Ich unterstütze und berate, egal ob bei Alltagsängsten oder bei familiären Problemen. Die Kinder haben sehr schnell erkannt, dass sie in mir einen Gesprächspartner haben, bei dem alles im Büro bleibt.“ Sie kann sich viel Zeit zum Zuhören nehmen und hilft den Kindern, sich selbst zu helfen. Ob Präventionsunterricht oder Akuthilfe bei Problemen – Schulleitung und Lehrer sind sich einig, so Rektorin Maria Platzer, dass die Sozialpädagogin eine wichtige Bereicherung für die Schule ist.

Finanziert wird die Halbtagsstelle im Rahmen des JAS-Projektes (Jugendsozialarbeit an Schulen), das gemeinsam vom bayerischen Familienministerium, dem Landkreis Neuburg-Schrobenhausen, der Stadt Neuburg und dem Caritas-Verband getragen wird.

Die Stadt Neuburg steht hinter dem Projekt, obwohl Oberbürgermeister Bernhard Gmehling zugibt, dass die Entscheidung im Stadtrat nicht gerade unumstritten war. „Wir diskutierten sehr wohl, wie das weitergehen soll. Erziehung ist eigentlich die Aufgabe der Eltern. Und einige Räte fragten sich schon, ob wir dann in einigen Jahren Sozialarbeiter schon in den Kindergärten haben.“ Vor den Problemen könne man allerdings nicht die Augen verschließen und man wolle sozial benachteiligten Kindern ja durchaus helfen.

Bereits seit 2007 gibt es einen Schulsozialdienst an der Mittelschule Neuburg. Sozialpädagoge Markus Bach verkörpert diesen Schulsozialdienst und ist von der Mittelschule nicht mehr wegzudenken. Weitere Stellen gibt es im Förderzentrum in Neuburg sowie in Schrobenhausen an der Grund- und an der Mittelschule.

Nach den guten Erfahrungen in der Schule am Schwalbanger könnte sich Neuburgs OB solche Stellen auch an den Grundschulen im Englischen Garten und im Ostend vorstellen. Dazu sollte vorher aber der Bedarf analysiert werden.

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