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Neuburg

22.08.2019

St. Franziskus-Schule: Schaufeln für ein neues Zuhause

Der Rückbau hat bereits begonnen. Der östliche Gebäudetrakt am Wolfgang-Wilhelm-Platz wird ab voraussichtlich April 2021 die neue Grundschule beheimaten. Auf drei Geschossen werden rund 200 Schüler beschult. 
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Der Rückbau hat bereits begonnen. Der östliche Gebäudetrakt am Wolfgang-Wilhelm-Platz wird ab voraussichtlich April 2021 die neue Grundschule beheimaten. Auf drei Geschossen werden rund 200 Schüler beschult. 
Bild: Gloria Geissler

Plus Der Umbau der Schule verzögert sich. Deswegen muss die Neuburger St. Franziskus-Schule noch etwas länger als geplant Gast in der Maria-Ward-Schule bleiben. 

Was die Mauern wohl zu erzählen hätten, wenn sie sprechen könnten? Seit über 300 Jahren beherbergen die altehrwürdigen Gemäuer des Studienseminars Neuburg Klosterschwestern, Schüler, Studenten, Lehrer und Direktoren beziehungsweise Stiftungsvorstände. Nun ist Ruhe eingekehrt. Nur die Bauarbeiter hört man schaufeln, die den Schutt tonnenweise mit Schubkarren aus dem Gebäude fahren.

Vor zwei Wochen hat die Verwaltung der Stiftung den am Wolfgang-Wilhelm-Platz gelegenen Trakt verlassen und ist in den frisch sanierten Flügel an der Donauwörther Straße umgezogen. So konnten die Arbeiten für den Umbau beginnen. Historische Türstöcke sind abgedeckt, damit sie alles schadlos überstehen, und auch die Terrazzoböden aus dem Jahr 1883 sollen erhalten bleiben, damit schon bald wieder Schüler über ihn in die Pause rennen können. Denn was bisher Verwaltungsräume und Wohnungen waren, wird zur Grundschule. Die neu gegründete St.-Franziskus-Schule wird einziehen und dann acht Klassen beherbergen.

Der 150 Jahre alte Terrazzoboden soll erhalten bleiben.
Bild: Gloria Geissler

Im vergangenen Schuljahr ist die Grundschule gestartet. Als Zwischenlösung hat ihr die Maria-Ward-Realschule in der Altstadt Klassenzimmer zur Verfügung gestellt. Eigentlich war geplant, dass die Grundschule im Herbst 2020 in das ehemalige Ursulinenkloster umziehen kann. Doch daraus wird nichts. Das Studienseminar rechnet mit März oder April 2021, wie Vorstand Alfred Hornung sagt. Die Gründe für die Verzögerung sind vielfältig: die langwierigen Untersuchungen des Denkmalschutzes, die Bestandsuntersuchung, von der man nie wisse, welche Altlasten sie zu Tage fördert, und schlussendlich sei der Brandschutz bei einem alten Gebäude nicht ganz einfach zu planen.

St. Franziskus-Schule: Schaufeln für ein neues Zuhause

Das Schulwerk Augsburg, als Träger der Grundschule, ist nicht begeistert über die Verzögerung, nimmt aber das Studienseminar in Schutz: „Wir haben viel Erfahrung mit Schulumbauten, gerade wenn der Denkmalschutz eine Rolle spielt. Daher wissen wir, dass die Planung oft nicht einzuhalten ist“, sagt Thomas Willmann. Für das beginnende Schuljahr konnte die Raumsituation noch intern geklärt werden. Die Maria-Ward-Realschule rückt enger zusammen. Doch für das kommende Jahr, in dem wieder zwei neue Klassen dazu kommen, müsse man sich Alternativen überlegen. Willmann: „Wir haben beim Gymnasium und dem Landratsamt nachgefragt und einen Antrag gestellt, um Räume zur Verfügung gestellt zu bekommen.“ Vermutlich werden dann die höheren Klassen der Realschule ins Gymnasium umziehen.

Cornelia Gössner und Alfred Hornung haben neue Arbeitsplätze bekommen.
Bild: Gloria Geissler

Das Studienseminar steckt mitten in einem großen Umbau. Erst im Juli ist der Kinderhort in das frisch sanierte Beichtvaterhaus umgezogen. Mit einem schicken, gläsernen Anbau im Hof des Ensembles finden darin nun 31 Kinder Platz, die nach der Schule dort betreut werden. Im Herbst wird es eine offizielle Eröffnungsfeier geben.

Der Sanierungsmarathon hat im Jahr 2008 mit dem Hallenbad-Flügel im Westen begonnen. Es folgten der Hohenbleicherbau, die Verbindung zwischen Seminar und Gymnasium sowie die Kirche, die 2014 wiedereröffnet wurde. „Das ist schon ein enormer Kraftakt für uns“, gesteht Alfred Hornung. Aber es gehe darum, dem Studienseminar wieder neues Leben einzuhauchen und den gesamten Klosterkomplex wieder in seinem originalen historischen Gewand aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts zu zeigen. Mit der neuen Grundschule komme man dem ursprünglichen Stiftungszweck wieder näher, der 1806 niedergeschrieben wurde mit den Worten „dürftigen und fähigen Jünglingen, die auf solchen Schulen studieren, den Unterhalt zu erleichtern und für ihre sittliche Bildung zu sorgen“.

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