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Neuburg

18.01.2019

Stadttheater: Eine wenig temperamentvolle Carmen

Die Oper „Carmen“ wurde im Neuburger Stadttheater aufgeführt. Links im Bild die gleichnamige Hauptfigur.
Bild: Elke Böcker

Warum die Oper musikalisch mitreißend, optisch aber verbesserungswürdig war.

Eine musikalisch neu arrangierte „Carmen“ – für Flamenco-Gitarre und Zigeunerorchester – versprach die Produktion der Opernwerkstatt am Rhein ihren Gästen. Man durfte also gespannt sein. Und der musikalische Leiter Martin Genahl und Regisseur Sascha von Donat inszenierten Georges Bizets überaus bekannte Oper tatsächlich auf recht ungewöhnliche Art.

Kein großes Orchester, sondern ein siebenköpfiges Zigeunerensemble entführte die Zuschauer des Neuburger Stadttheaters mitten in das dramatische Geschehen um die Zigeunerin Carmen und ihren unglückseligen Liebhaber – den Soldaten José. Auf der recht kahlen Bühne – lediglich durch Kisten sollte der Eindruck eines Marktplatzes oder einer Kneipe entstehen – entwickelten Sänger, Musiker und Schauspieler die bekannte Geschichte der verführerischen Carmen bis hin zu deren Tod durch ihren eifersüchtigen Liebhaber. Dabei setzte das ambitionierte Ensemble der Opernwerkstatt vor allem auf die Wirkung der farbigen Musik. Musikalisch und sängerisch gelang es gut, eine stimmungsvolle Atmosphäre zu schaffen.

Die Carmen-Darstellerin blieb hinter den Erwartungen zurück

Auch die Choreografie von Rebekka Schäfer und vor allem die faszinierenden Solotanzeinlagen von Carla Beiersdörfer als temperamentvolle Flamencotänzerin „Manuelita“ verstärkten die lebenslustige Stimmung auf dem Marktplatz von Sevilla. Hingegen blieben die schauspielerischen Leistungen, vor allem die der Hauptfigur Carmen, deutlich hinter den Ansprüchen der Opernwerkstatt zurück. Konnte man in Olivier Trommenschlager noch den ewig zweifelnden und höchst eifersüchtigen Don José erkennen und auch in Maurice Virgens einen siegesgewissen Escamillo sehen, so wurde Carrie Dimaculangan der „Carmen“ nicht gerecht. Wenngleich stimmlich überzeugend, so schien sie wenig in die Rolle der koketten oder sinnlichen Carmen zu schlüpfen.

Auch die düstere und beinah lieblose Gewandung der Zigeunersippe, die weder von Lebensfreude noch von Armut oder gesellschaftlicher Ausgrenzung zeugte, oder die wenig stimmigen Uniformen der Soldaten mit Reißverschlusstaschen trugen nicht gerade zu einem positiven optischen Eindruck bei.

Schade ob der guten Idee – hier wurden Chancen verschenkt. Doch trotzdem bleibt Bizets Musik eingängig und mitreißend. An der visuellen Darstellung sollte man allerdings noch arbeiten.

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