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Burgheim-Straß

31.05.2019

Straßer Kirche erstrahlt in neuem Glanz

Eine Herausforderung war der Turm der Straßer Kirche. Die Spitze wurde bei Eiseskälte Ende November 2018 wieder aufgebaut.
Bild: Peter Maier

Diesen Sonntag wird der Abschluss der Sanierungsarbeiten an der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt gefeiert. Welche Arbeiten an dem Gotteshaus notwendig waren.

„Die Kirche war generell kaputt, doch jetzt steht sie ohne Mängel da.“ So lautet das Fazit von Architekt Daniel Eggeling vom Pfaffenhofener Architekturbüro Springer über die Straßer Pfarrkirche Maria Himmelfahrt. Diesen Sonntag wird der Abschluss der Renovierungsarbeiten gebührend gefeiert.

Nach eingehender Analyse des Bauzustands begannen am 11. September 2017 die Bauarbeiten, wurden von April bis September 2018 wegen einer im Turm „wohnenden“ Fledermauskolonie unterbrochen und sind jetzt abgeschlossen. Zu den besonderen Herausforderungen zählte der Übergang vom Langhaus zum Chor, wobei im Dachstuhl eine „querschnittsgleiche Sanierung“ nötig war. Das bedeutet, dass aus dem Dachstuhl schadhafte Teile in den Balken entfernt, neue eingefügt und damit ein fließender Übergang geschaffen wurde. Kreativität erforderte auch der neue Glockenstuhl. Weil die Familie Geiger eine neue Glocke stiftete, wurde es eng im Turm. Nun rufen vier „metallene Kronen“ die Straßer zum Gebet.

Kirche in Straß: Turm musste abgetragen werden

Weil der Kot von Fledermäusen erhebliche Schäden verursacht hat, musste der Turm abgetragen und der Giebel abgerissen werden. Als Gegenmaßnahme wurde eine „Wärmeglocke“ eingebaut, quasi so etwas wie ein Wohnzimmer für Fledermäuse, erläuterte Kirchenpfleger Matthias Hentschel. Dieser kleine Raum ist so gestaltet, dass die Hinterlassenschaften nichts mehr angreifen. „Sauber machen müssen wir trotzdem,“ erklärt Matthias Hentschel.

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Über die gelungene Renovierung der Straßer Pfarrkirche freuen sich Architekt Daniel Eggeling, Kirchenpfleger Matthias Hentschel, Pfarrgemeinderatsvorsitzende Maria Friedl und Dekan Werner Dippel (von links).
Bild: Peter Maier

Neu vergoldet sind jetzt Turm- und Giebelkreuze sowie der Wetterhahn. Damit die Wände nicht mehr nach außen gedrückt werden, wurde die Kirche „verpresst“ und mit einem neuen Ringanker versehen. Das Gotteshaus erhielt eine neue Dacheindeckung und einen neuen Anstrich. Lange Zeit stand auch in der Kirche ein Gerüst als Sicherung. „Trotzdem feierten wir Gottesdienst,“ bemerkte Dekan Werner Dippel. Tragende Teile der Empore sind erneuert, ebenso Teile der Stuckdecke. Die Decke mit den Gemälden, hauptsächlich Marienmotive, musste gründlich gereinigt werden. Bei den Deckengemälden konnten 90 Prozent der ursprünglichen Farben von 1761 erhalten werden. Dies spreche für die Qualität des damaligen Kirchenmalers Hartmann. Nicht bespielbar war während der Renovierungsarbeiten die Orgel. Sie wurde „eingehaust“, um sie vor dem Staub zu schützen. In dieser Zeit umrahmten Laieninstrumente die Gottesdienste.

Baukosten der Kirche in Straß liegen wohl bei rund 1,4 Millionen Euro

Die Baukosten wurden mit knapp 1,7 Millionen Euro kalkuliert, inklusive einer „Reserve“ für unvorhergesehene Zusatzkosten. „Diese Reserve werden wir aber nicht brauchen,“ gab sich Architekt Daniel Eggeling zuversichtlich und schätzt die Endkosten auf 1,4 Millionen Euro. Davon muss die Straßer Pfarrgemeinde knapp 300.000 Euro übernehmen, die größtenteils über Spenden (56.000 Euro) sowie Zuschüsse der Gemeinde Burgheim (50.000 Euro), der Bayerischen Landesstiftung (59.000 Euro), des Bezirks Oberbayern (54.000 Euro) sowie des Landkreises Neuburg-Schrobenhausen (27.000 Euro) ge-stemmt werden. Die Pfarrgemeinde selbst muss nach Aussage von Matthias Hentschel noch rund 50.000 Euro aufbringen. Unabhängig davon hätten sich die Pfarrgemeinderatsmitglieder bereits bei der Rekultivierung der Außenanlagen, beim Gräberschutz und bei den umfangreichen Reinigungsarbeiten stark engagiert.

Bei der Reinigung der Deckenfresken konnte ein Großteil der Originalfarbe erhalten werden.
Bild: Peter Maier

Den Festgottesdienst diesen Sonntag um 9.30 Uhr zelebrieren Weihbischof Anton Losinger, Dekan Werner Dippel, Kaplan Jith Joy Pallivathukkal und Diakon Andreas Buchfelder. Losinger wird auch Kreuze segnen, die aus dem ehemaligen und rund 400 Jahre alten Eichenglockenstuhl gefertigt wurden. Die Orgel ist inzwischen „enthaust“ und wird zusammen mit Trompetenklängen die Messe musikalisch umrahmen. Anschließend feiern die Straßer nebenan ihr Pfarrfest.

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