Theater

21.01.2013

Von der Liebe

Machte als Mann keine schlechte Figur: Katharina Thalbach (rechts).
Bild: elb

Katharina Thalbach und Andreja Schneider sind „Zwei auf einer Bank“

Neuburg. Zwei auf einer Bank, die brachten viel Vergnügen. Zwei auf einer Bank, die singen sich durchs Leben. So oder so ähnlich könnte man die Musikcomedy mit Katharina Thalbach betiteln, die die meisten Zuschauer des Neuburger Stadttheaters restlos begeisterte.

Katharina Thalbach schlüpft einmal mehr voller Überzeugungskraft und mit viel Komik in eine Männerrolle und gibt den lebensmüden Joachim, der unter einer Kussphobie leidet. Schon das Seil um den Hals, trifft er auf einer Parkbank im Grünen das „späte Mädchen“ Lorely, das engagiert Andreja Schneider mimt. Lorely, die Energische, glaubt aller Erfahrung zum Trotz an die ewige und große Liebe. Sie nähert sich, meist singend und voll komischer Überzeugungskraft, unaufhaltsam dem kleinen Dicken. Der weiß erst einmal so gar nicht, wie er das finden soll.

Das jeweilige Wechselbad der Gefühle wird den amüsierten Gästen fast ausschließlich gesanglich verdeutlicht. Das Christoph-Israel-Sextett sorgt dabei mit guter Musik, eigenen Arrangements und Bearbeitungen für den richtigen Ton. Lieder und Musik von Mozart, C.M. Bellmann oder Friedrich Holländer lassen Melancholie, Sehnsucht und Zärtlichkeit verspüren. Michael Jarys „Haben Sie schon mal im Dunkeln geküsst“ gibt die Richtung der Love-Story vor.

Von der Liebe

Im zweiten Teil, dem musikalisch moderneren, gibt es unter anderem „Illusionen“ von Udo Jürgens, „Ich küsse ihre Hand, Madame“ von Ralph Erwin oder Joe Dassins „Haifischbaby“.

Angesiedelt zwischen Groteske, Komödie und Musical findet eine musikalische Begegnung der ganz besonderen Art statt. Katharina Thalbach, die nicht zuletzt als Friedrich II. begeistert hat, verleiht dem unglücklichen Joachim eine bemerkenswerte Persönlichkeit. Trotz der Entwicklung der kuriosen Geschichte, die ausschließlich im Umfeld einer banalen Parkbank stattfindet, gelingt es ihr, alle Dimensionen einer komplizierten Liebesgeschichte erlebbar zu machen. Vor restlos ausverkauftem Haus zeigt das komische Liebespärchen mit Schnulzen, Ohrwürmern und anderem bekannten Liedgut, was Liebe bedeuten kann.

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