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Stadttheater

07.02.2015

Wenn das Lachen im Hals stecken bleibt

Bild: Janet Kirsten

Taboris Stück „Mein Kampf“ über das Grauen des Antisemitismus

Erst vor wenigen Tagen gedachte die Welt der Überlebenden von Auschwitz, jenes Konzentrationslagers, das stellvertretend für sämtliche Lager zum Symbol des Holocaust geworden ist. Der jüdische Autor George Tabori (1914-2007) widmete sich in seinen Theaterstücken zeitlebens dieser Thematik, setze dem Grauen von Rassismus, Antisemitismus und Massenmord jedoch schwarzen Humor und absurde Komik entgegen. So auch in der Groteske „Mein Kampf“, die am Freitag, 27. Februar, 20 Uhr im Stadttheater Neuburg gezeigt wird.

Das Stück spielt 1910 in einem Männerasyl in der Wiener Blutgasse. Dort trifft der junge, despotische und absolut untalentierte Adolf Hitler auf den jüdischen Buchhändler und Menschenfreund Schlomo Herzl, der sich rührend um den unerfahrenen Provinzler kümmert, ihn mit Hühnersuppe aufpäppelt und ihm zeigt, wie man sich einen anständigen Bart schneidet. Herzl will ein Buch schreiben: Mein Leben. Schlechter Titel, findet sein Freund Lobkowitz, der sich für Gott hält und tatsächlich auch Wunder bewirkt. Gemeinsam verständigt man sich auf „Mein Kampf“. Hitler ist begeistert.

Dem ungarischen Theatermacher Tabori, der unter anderem auch mit Berthold Brecht und Alfred Hitchcock oft zusammenarbeitete, gelingt das große Kunststück, Täter und Opfer auf der Bühne zu versöhnen, indem Hitler nicht als blutrünstiger Dämon, sondern als unsympathischer, aber nicht durchweg abstoßender Wirrkopf dargestellt wird. An Chaplin anknüpfend, entwickelte Tabori dabei eine Hitlerfigur als komischen Charakter und bezieht sich damit nicht zuletzt auch auf die Tradition jüdischen Humors, der er sich verpflichtet fühlte.

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Das Theater Poetenpack bringt das Stück, das 1989 in Wien seine Uraufführung erlebte, in einer intensiven Inszenierung mit hochkarätigem Schauspielerensemble, unter anderem mit Teo Vadersen, Tilmar Kuhn und Andreas Hueck, der auch Regie führte, auf die Bühne. (nr)

Karten gibt es bei allen bekannten Vorverkaufsstellen, unter anderem im Reisebüro Spangler, dem Service-Partner unserer Zeitung, Rosenstraße, Telefon 08431/8611.

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