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Gesundheit

05.01.2019

Wie ein 23-jähriger Neuburger zum Lebensretter wurde

Fabian Heckel bei der Stammzellenentnahme. Ähnlich wie bei einer Dialyse wird dabei das Blut entnommen, die Stammzellen herausgewaschen und dann das Blut in den Körper zurückgeführt.
Bild: Manfred Dittenhofer

Fabian Heckel hat im Juni Stammzellen gespendet. Nun erhielt er einen Brief vom Empfänger, der den 23-jährigen Neuburger sehr berührt hat.

„Lieber Herr, mein Dank ist nicht in Worte zu fassen. Sie haben mir mein Leben zurückgegeben.“ Ein kurzer Brief, in englischer Sprache verfasst, sehr emotionsgeladen, erreichte im Advent Fabian Heckel. Der Neuburger weiß nicht, wer ihn verfasst hat. Denn der Empfänger seiner Stammzellen bleibt – vorerst zumindest – anonym. Der Datenschutz des Landes, in dem er lebt, lasse eine Namensnennung nicht zu, so die Nachricht mit dem Schreiben. Aber Heckel wird zurückschreiben, in Kontakt bleiben und vielleicht eines Tages, erfahren, wem seine Stammzellen das Leben gerettet haben.

Der 23-Jährige hat sich im Januar 2017 im Rahmen einer von der Gemeinde Mörnsheim und der Stiftung „Aktion Knochenmarkspende Bayern“, kurz AKB, organisierten Aktion typisieren lassen, als die Mitglieder seines Fußballvereins VFB Eichstätt daran teilgenommen haben. Damit wurde er in die Datenbank AKB aufgenommen. Genau ein Jahr später erhielt der Student ein Schreiben von der AKB. Sein Stammzellentyp passe zu einem möglichen Empfänger. Dann ging alles ganz schnell. Heckel wurde eingeladen, mittels einer weiteren Blutuntersuchung die ein Jahr alten Testergebnisse zu bestätigen. Gleich mehrere Zellstrukturen müssen übereinstimmen, damit Spender und Empfänger zusammenpassen. Das Ergebnis: Positiv! Fabian Heckel fuhr im April zur Voruntersuchung nach Gauting. Dort wurde die Spendentauglichkeit erneut überprüft, um das Risiko für den Empfänger zu minimieren. Ultraschall, EKG, Röntgen und noch eine Blutuntersuchung standen auf dem Programm.

Heckel ist der Briefkontakt wichtig

Schließlich erhielt Fabian Heckel die Zusage für den Transfer. Was für den Empfänger bedeutete, dass der in die vorbereitende Therapie ging. Denn die körpereigenen Stammzellen des Empfängers müssen erst einmal abgetötet werden. Am Vortag der Stammzellentnahme fuhr Heckel nach München. Dort übernachtete er in einem Hotel, um gleich morgens um acht zur Entnahme in die Klinik zu kommen. Bei Heckel wurde eine periphere Blutstammzellenentnahme durchgeführt, die ähnlich abläuft wie eine Dialyse und rund vier Stunden dauert. Damit im peripheren Blut genügend Stammzellen vorhanden sind, müssen sie im Vorfeld mit Hilfe von Medikamenten ins Blut ausgewaschen werden. Vier Tage lang gab Heckel sich selbst pro Tag zwei Spritzen, die ähnlich Trombosespritzen verabreicht werden. Kein Problem für den 23-Jährigen.

Überhaupt sieht der Neuburger den Aufwand als verschwindend gering an, wenn man diesen in Relation zu dem Ergebnis setzt. Deshalb hat ihn auch der Brief des Empfängers sehr berührt. Als Spender kann man bei der AKB angeben, ob man über den Krankheitsverlauf des Empfängers informiert werden will und ob man mit diesem in Kontakt treten will. Um beides hat Heckel gebeten, weil ihn das Resultat seiner Spende interessiert. Jetzt weiß er, dass seine Stammzellen einem Menschen das Leben gerettet haben. Weitere Informationen über den Empfänger hat er allerdings nicht. Laut AKB lässt das Land, in dem der Empfänger lebt, nicht mehr zu. Umso wichtiger ist ihm dieser briefliche Kontakt.

Für Typisierung reicht schon eine Speichelprobe

Fabian Heckel wird zurückschreiben, der Brief wird dann über die AKB an den Empfänger weitergeleitet. Da es sich um eine Datenbank handelt, in der weltweit Spender und Empfänger zusammengebracht werden, könnte der Empfänger auch in den USA leben. Oder irgendwo in Europa. Der Dank des Empfängers ist grenzenlos: „Dank Ihrer Spende habe ich mein Leben zurückerhalten, meine Gesundheit und meine Lebensfreude. Möge auch Ihr Leben voller Freude und Glück sein.“ Dieser Dank wird Fabian Heckel immer begleiten. Tatsächlich sorgt er bei ihm für eine tiefe Befriedigung. Und schon damit ist der erste Teil des Wunsches des Empfängers in Erfüllung gegangen. Heckel ist glücklich darüber, jemanden in Lebensgefahr geholfen zu haben.

Für eine Typisierung reicht heute schon eine Speichelprobe. Sollte man tatsächlich als Spender infrage kommen, wird man eingehend beraten. Und natürlich werden Reise- und Übernachtungskosten von der AKB getragen. Überhaupt hat sich Heckel bei der Stiftung sehr gut aufgehoben gefühlt, sagt er. Die Gespräche dort seien offen und umfassend gewesen.

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