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Neuburg

22.12.2020

Wohnen in Neuburg: Lösung für die Mieter in der Eybstraße

Den Wohnblock in der Eybstraße (rechts) will die städtische Wohnungsbaugesellschaft 2022 abreißen.
Bild: Winfried Rein

Plus Die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft Neuburg und Oberbürgermeister Bernhard Gmehling kündigen neue Millionenprojekte an. Das wird aus den Mietern in der Neuburger Eybstraße.

„Mittelfristig kommen wieder mehr günstige Mietwohnungen auf den Markt“, das versprechen Oberbürgermeister Bernhard Gmehling und sein Stellvertreter Johann Habermeyer. Die Stadt Neuburg und ihre Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft (GeWo) leisten eigene Beiträge zum verbesserten Wohnungsangebot.

Neue Wohnungen in Neuburg geplant

Da ist zum einen der Siedlerweg in Feldkirchen und zum anderen das GeWo-Projekt Stettiner Straße im Ostend. Dort macht die GmbH im Sommer für 1,7 Millionen Euro ein Gebäude mit neun Wohnungen bezugsfertig. Sie werden mit Mieten von acht bis neun Euro pro Quadratmeter vergeben. Deutlich günstiger werden Sozialwohnungen nicht mehr, „uns laufen die Baukosten davon“, erklärt GeWo-Geschäftsführer Rainer Bierwagen. Nach seiner Erfahrung sind die Baupreise in den vergangenen zehn Jahren um nahezu 80 Prozent gestiegen. Für Oberbürgermeister Bernhard Gmehling sind 7,50 Euro pro Quadratmeter „die Obergrenze“. Was darüber hinaus geht, ist von einkommensschwachen Mietern schwer zu stemmen. Andererseits müssten die gemeinnützigen Gesellschaften die Amortisation ihrer Investitionen auf 30 bis 50 Jahre ausdehnen.

Freistaat Bayern soll Neuburg unterstützen

Beim künftigen Baugebiet „Heckenweg“ zwischen Herrenwörth und Heinrichsheimstraße setzt die Stadt Neuburg auf Unterstützung durch den Freistaat Bayern. Dessen staatliche Wohnungsbaugesellschaft BayernHeim, erst 2018 gegründet, will in fünf Jahren 10.000 Mietwohnungen schaffen. „Wir können uns eine Zusammenarbeit sehr gut vorstellen“, sagt Bürgermeister und Baureferent Johann Habermeyer. Der Bebauungsplan „Heckenweg“ ist mittlerweile nach aufwendiger Vorbereitung rechtskräftig geworden.

Am Siedlerweg in Feldkirchen bietet die Stadt ab Mitte 2021 27 Sozialwohnungen an. Der Baufortschritt der Anlage neben der Südumgehung ist flott, Hebauf und andere Zwischenstationen sind wegen des Infektionsschutzes entfallen. Die Stadt investiert mit staatlicher Förderung rund sieben Millionen Euro.

Der Wohnblock aus den 30er Jahren soll mit einem Neubau ersetzt werden.
Bild: Winfried Rein

Was wird aus den Mietern in der Eybstraße?

Den 130 Meter langen Wohnblock Nummer 259 in der Eybstraße wollen GeWo und Stadt, wie berichtet, 2022 abreißen und das Grundstück neu bebauen. „Es wird ein Gewaltakt, wie ihn die GeWo noch nie geschultert hat“, da ist sich Oberbürgermeister Bernhard Gmehling sicher. Geplant sind im Geschoßbau 45 bis 60 Mietwohnungen mit modernem Zuschnitt. Die Abbruchanträge habe er jahrelang abgewehrt, um die Altbauwohnungen mit extrem günstigen Mieten lange zu halten, versichert der Neuburger Rathauschef. Jetzt sei das Ende des „maroden Wohnblocks“ eingeläutet worden. „Wir bauen ja keine Luxuswohnungen“, so Stellvertreter Johann Habermeyer, „wir werden das absolut marktgerecht hinkriegen.“

Von Monatsmieten zwischen 180 und 240 Euro können Wohnungssuchende nur träumen. Dafür muss in der Eybstraße mit Holz, Kohle und Ölöfen geheizt werden. Der Bau war im Dritten Reich für Wehrmachtsangehörige hingestellt worden. Die 32 aktuellen Mieter sind gekündigt und müssen spätestens Ende 2021 ausziehen. Die GeWo hilft bei der Vermittlung neuer Adressen und verzeichne Fortschritte, betont Geschäftsführer Rainer Bierwagen. 14 Mieter hätten andere Wohnungen aus dem GeWo-Bestand akzeptiert, zwei sehen sich gerade Alternativen an und ein Mieter will sich eine Eigentumswohnung kaufen. Bierwagen: „Im Januar wäre damit die Hälfte der Mieter versorgt.“ Und man werde weiter bei Suche und Umzug (500 Euro Pauschale) helfen. In der Eybstraße wohnen Langzeitmieter teils seit 74 Jahren neben Kurzzeitmietern. Heuer habe es laut GeWo 20 Mieterwechsel gegeben.

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