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Bürgerversammlung

09.11.2017

Der Biber ärgert die Löpsinger

Der Biber darf in Löpsingen nicht abgefangen werden. Das Landratsamt begründet das damit, dass dort in der Vergangenheit nicht alle Präventivmaßnahmen durchgeführt wurden.

Die Abfanggenehmigung im Nördlinger Stadtteil ist nicht verlängert worden. Wie das Landratsamt das begründet.

Löpsingen Außer, dass der Biber die Löpsinger Landwirte mächtig ärgert, scheinen sich die sonstigen Probleme der Bürger im Nördlinger Stadtteil in einem recht überschaubaren Rahmen zu bewegen. Dies wurde bei der diesjährigen Bürgerversammlung im „Schwarzen Adler“ deutlich, die sehr gut besucht war und eher als Plattform für Anliegen diente, die Oberbürgermeister Hermann Faul und seiner Verwaltung mit Ausnahme des Bibers relativ wenig Kopfzerbrechen bereiteten.

Beim Biber besteht die Problematik darin, dass für Löpsingen eine 2009 ausgelaufene Abfanggenehmigung des Landratsamtes bisher nicht verlängert wurde und somit gegen den aus Sicht der Landwirtschaft lästigen Nager bisher nicht viel Durchgreifendes unternommen werden kann. Ortssprecherin Gudrun Gebert-Löfflad ist nach eigenem Bekunden in ständigem Kontakt mit den zuständigen Behörden in dem Bemühen, Lösungen herbeizuführen. Auch Hermann Faul hat gestern mit Landrat Stefan Rößle Kontakt aufgenommen und ihn gebeten, sich der aktuellen Situation in Löpsingen anzunehmen und die Erteilung einer Abfanggenehmigung in Absprache in seinem Haus nochmals prüfen zu lassen. Der Landrat habe ihm dies zugesagt.

Auf Anfrage der RN begründete das Landratsamt die Ablehnung einer Genehmigung zum Abfangen gestern damit, dass in der Vergangenheit in Löpsingen nicht alle „Präventivmaßnahmen“, im konkreten Fall der Abbruch der vom Biber immer wieder gebauten Dämme, in dem erforderlichen Maße erfolgt seien. Hierfür gebe es nämlich seitens der Kreisbehörde eine entsprechende Erlaubnis. Mit anderen Worten: Erst müssen präventive Schritte unternommen werden, bevor einem Abfangen des Bibers seitens der Unteren Naturschutzbehörde zugestimmt werden könne. Immerhin sei der Biber ein streng geschütztes Tier. Wenn die von ihm gebauten Dämme von Menschenhand immer wieder zerstört würden, werde dies den Biber so vergraulen, dass er sich an den betreffenden Stellen freiwillig vom Acker mache, lautet die Argumentation.

Nachholbedarf besteht in Löpsingen bei der Ausweisung von weiteren Bauplätzen. Ortssprecherin Gebert-Löfflad sprach von einer regen Bautätigkeit im vor noch nicht allzu langer Zeit entstandenen Wohngebiet „In der Breite II“, wie die offizielle Bezeichnung lautet. Derzeit gebe es nur noch wenige Plätze. Deshalb sei eine Erweiterung notwendig. Wann diese kommen könnte, blieb offen. Wie die Ortssprecherin unserer Zeitung sagte, liefen hierfür bereits die Vorbereitungen innerhalb der Stadtverwaltung.

In diesem Zusammenhang wurde von einem Bürger das Thema Innenentwicklung angesprochen. Es gebe im Ort eine Reihe leer stehender Anwesen, die nach entsprechenden Umbauten oder Sanierungen für Wohnzwecke zur Verfügung stünden. In der Folge könne man auf dann Wohngebiete außerhalb des Ortskerns verzichten oder diese zumindest kleiner dimensionieren und Flächen sparen. Faul stimmte grundsätzlich zu, gab aber zu bedenken, dass es nicht leicht sei, an nicht mehr genutzte innerörtliche Anwesen zu kommen. „Die Bereitschaft zu verkaufen, ist bei den jeweiligen Eigentümern nicht sehr ausgeprägt.“

Angesprochen wurde in der Versammlung zudem ein möglicher Restausbau der Verbindungsstraße nach Wallerstein auf Löpsinger Flur. Hermann Faul machte hierzu eine eindeutige Aussage, als er gefragt wurde, ob die Stadt in diesem Zusammenhang etwas zu unternehmen gedenke: „Ich glaube, wir belassen die Situation wie sie ist.“ Ein Ausbau inklusive des Wallersteiner Anteils würde unter Umständen noch mehr Verkehr nach sich ziehen. (bs)

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