Newsticker

Bund schlägt Beschränkung auf 25 Personen bei privaten Festen vor
  1. Startseite
  2. Lokales (Nördlingen)
  3. Die Unis an die Schule geholt

14.07.2010

Die Unis an die Schule geholt

Oettingen "Immerhin weiß ich jetzt schon, was ich nicht studieren werde", sagt Sabine. Sie geht in die Q 11 am Albrecht-Ernst-Gymnasium Oettingen (AEG). Wie rund 170 Schüler aus der Q 11 und dem K12 nutzte sie jetzt die Gelegenheit, sich bei den Workshops des 1. Regionalen Hochschultags am AEG über verschiedene Studiengänge zu informieren.

Zusätzliche Ausbildungen sind wichtig

"Das Grundschullehramt aber, das hat mich wirklich sehr angesprochen und ich überlege, ob ich das machen werde", meint sie weiter. Der Referent - ein wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Grundschulpädagogik an der Uni Eichstätt -, habe ihr auch die Angst genommen, später einmal ohne Arbeit dazustehen. Felix aber ist noch ratlos: "Der Workshop über Theater- und Medienwissenschaft war echt lustig", meinte er. Dort hat der Referent gesagt, dass er sich immer wieder wundere, warum so wenige Absolventen in diesem Studiengang arbeitslos würden. Denn das Studium allein bringe nichts. Da komme es auf die zusätzlichen Ausbildungen an. Als Nächstes wollte Felix den Workshop über Ernährungswissenschaften und Lebensmitteltechnologie gehen: "Ich kann mir nicht viel darunter vorstellen und bin einfach neugierig, was das überhaupt ist."

Genau darum geht es an diesem Tag: Die eigenen Vorstellungen mit der Wirklichkeit abgleichen oder sich schlichtweg vom Angebot inspirieren zu lassen. Und das wiederum ist komplett Lehrplan konform: "Ein besonderes Merkmal des G8 ist das Bestreben, der Berufs- und Studienorientierung (BuS) einen höheren Stellenwert zu verleihen", weiß Herbert Neuhaus. Er unterrichtet am AEG Geografie, Wirtschaft und Recht und ist außerdem noch zuständig für die Mittelstufenbetreuung sowie die Berufs- und Studienorientierung (BuS).

Die Unis an die Schule geholt

Projekt-Seminare

Schon in der zehnten Jahrgangsstufe beginne man am AEG mit der BuS, erklärt er. In den Projekt-Seminaren für Studien- und Berufsorientierung wiederum in der Jahrgangsstufe 11 würden Kompetenzen der Berufswahl vermittelt. Da dies etwas theorielastig sei, hatte er die Idee, die Sache mit der Berufs- und Studienwahl praxisnäher zu gestalten. Sprich, den Schülern die Möglichkeit an ihrer Schule zu bieten, mit Vertretern regionaler Unis, Fachhochschulen und Instituten ins Gespräch zu kommen. "Wir haben sozusagen die Unis an unsere Schule geholt", so Neuhaus. Dazu habe er im Vorfeld alle infrage kommenden Einrichtungen angeschrieben und ihre Bereitschaft abgefragt. In einem zweiten Schritt hat Neuhaus die Schüler über die eingegangenen Angebote abstimmen lassen.

Großes Interesse bei den Universitäten

Ganz allgemein sei das Interesse auch vonseiten der Universitäten und Hochschulen groß, für ihr Lehrangebot zu werben, meint Neuhaus. "Es wurden auch wirklich sehr hochkarätige Referenten geschickt. Die Schüler werden hier also von der wissenschaftlichen ersten und zweiten Garnitur informiert." Aber es seien auch Studenten dabei, die gewissermaßen "aus dem Nähkästchen" plauderten. Alle würden das honorarfrei machen und auch ohne sich die Fahrtkosten erstatten zu lassen. Auch an der Schule selbst sei das Interesse an einem solchen Tag sehr groß gewesen. Neuhaus hofft, dass dieser Hochschultag den Schülern einen Motivationsschub gibt und ihre Ernsthaftigkeit steigert. "Es ist ja immerhin nur noch ein Jahr, bis es so weit ist."

In welche Studiengänge es die AEGler am meisten ziehe? Ganz oben auf der Liste steht hier das Lehramt. Eigentlich ein Kompliment für eine Schule. Aber Herbert Neuhaus ist skeptisch: Ob das am Arbeitsmarkt nicht vorbeigehe, fragt er sich, angesichts des Bevölkerungsrückgangs. Eher lau sei das Interesse an den sogenannten MINT-Studiengängen, Mathe, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. "Aber gerade da braucht man ja Arbeitskräfte." Relativ groß sei auch noch das Interesse an Geografie und Geoökologie sowie an Ernährungswissenschaft. (heja)

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren