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Konzert

09.05.2018

Die ganze Bandbreite des Akkordeons

Der Akkordeonclub Riesharmoniker gab in der Megesheimer Gemeindehalle ein Konzert mit großer Bandbreite.
Bild: Kunzmann

Riesharmoniker bedienen sich sämtlicher Stilrichtungen. Schillerndes Konzert in der Megesheimer Gemeindehalle

Alle, die noch glaubten, dass eine „Quetsche“ zwischen Schneewalzer und Kufsteinlied festgestampft sei, konnten aus der Megesheimer Gemeindehalle nach dem Konzert des Akkordeonclubs Riesharmoniker als „geheilt entlassen“ werden. Eine kunterbunte Titelauswahl in sämtlichen stilistischen Schattierungen brachte unter dem Motto „Musik erfüllt die Welt“ die enorme Bandbreite dieses Instruments zum Klingen.

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Schon die Balgbande mit Marion Höhenberger als „mitspielende Chefin“ spannte den Bogen von James Lasts „Happy Music“ über den Waschfrauentanz bis zum „Final Countdown“. Durchweg gängige Ohrwürmer hatten sich „Tobias und die Dienstagsfrauen“ – eine neue Gruppe im Verein mit dem „Spaß an der Freud“ – ausgesucht, und prompt regten sich sowohl beim „Griechischen Wein“ als auch beim „Schuld war nur der Bossa Nova“ im Publikum die ersten Singstimmen. Deutlich „einen Gang höher“ schalteten darauf die altgedienten, aber musikalisch hörbar junggebliebenen Damen der Gruppe „Mamakkordeon“ mit „Tico Tico“ im exakten Cha-Cha-Cha-Rhythmus, „Nessaja“ aus dem Musical Tabaluga und dem Ohrwurm-Medley „What a Feeling“.

Als musikalische Gäste servierten die „Gänsbachkosaken“ das heitere Singspiel „Ein Abend im Gesangsverein Bummelsdorf“, wo der arme Dirigent sein wahres Kreuz mit der Unpünktlichkeit seiner Sänger hat. Nach der Pause präsentierten sie ihre gepflegten Stimmen in anspruchsvollen Arrangements bei den Volksliedern „Wer recht in Freuden wandern will“ und „Hab oft im Kreise der Lieben“, bevor sie bei Fredl Fesls „Vogelnest“ und dem neckischen „Wie spät is auf der Wirtshausuhr“ den Humor in den Vordergrund stellten.

Die ganze Bandbreite des Akkordeons

„Die Riesharmoniker“, das musikalische Aushängeschild des Vereins unter der Leitung von Wolfgang Mayer, setzten mit Edvard Griegs „Morgenstimmung“ schon vom ersten Takt an ein beeindruckendes Ausrufezeichen. Eine schlichtweg faszinierende Dynamik, geradezu genießerische Crescendi, dazu Lena Kipfmüllers einfühlsame Querflöte – Programmmusik par excellence. Nach einem Medley mit den unvergessenen Oldies der „Beatles“ sprang der musikalische Uhrzeiger unvermittelt auf „topaktuell“: Auch den Titel „Tangled up in Havana“ meisterten die Riesharmoniker zusammen mit der schattierungsreichen Singstimme von Vera Ullrich bravourös. Falco und Co. lieferten die Titel des Medleys „Austria Pop“, bevor alle Spieler zusammen mit dem Blaskapellen-Renner „Wenn ich träum’ in der Nacht“ die Zuhörer in der Halle zum Mitsingen brachten.

Und sie kamen schließlich auch zu der Einsicht, dass es überhaupt keine musikalische Stilrichtung gibt, die dem Akkordeon verwehrt wäre. (wk)

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