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Zeitreise

06.07.2013

Ein Projekt, das Generationen verbindet

Eine Aufführung – zwei Erzählebenen: Während die Schauspieler Anni, Christina, Jörg und Heinz (von links nach rechts) im Vordergrund ihre Szenen üben, werden auf der Leinwand im Hintergrund später Filmszenen gezeigt.
Bild: Madeleine Schuster

In der Multimedia-Aufführung „Fünf Generationen – eine Zeitreise“ werden die Vergangenheit, Geschichte und Zukunft der Wörnitzostheimer Feuerwehr dargestellt

Wörnitzostheim Wenn mehrere Generationen für ein Projekt zusammenarbeiten, ist das immer etwas Besonderes – wenn jedoch gleich ein halber Ortsteil zusammenkommt, wird es außergewöhnlich. Für ihr Film- und Schauspiel-Projekt „Fünf Generationen – eine Zeitreise“ hat die Wörnitzostheimer Organisatorengruppe um Manfred Luff, Andreas Wild und Christina Schmidt geschafft, was nicht vielen gelingt: In einer multimedialen Reise durch die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der örtlichen Feuerwehr verbinden sie nicht nur Fiktion und Realität, sondern bringen den Ort und seine Generationen auf diese Weise ein Stück näher zusammen.

Schauspiel-Elemente wechseln sich mit Filmsequenzen ab

Es ist Samstagabend, als sich Schauspieler, Filmemacher und Organisatoren zum ersten Mal gemeinsam treffen. Draußen schlägt heftiger Regen gegen das schwere Holztor des Feuerwehr-Gerätehauses in Wörnitzostheim. Drinnen, im kleinen Proberaum, legt sich nur langsam das aufgeregte Stimmengewirr der rund 30 Mitwirkenden.

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„Es ist die erste Probe, in der wir alles nacheinander durchspielen“, erklärt Mitorganisator Manfred Luff. Alles – das heißt im Fall des Multimedia-Projekts der Wörnitzostheimer, dass live vorgetragene Schauspiel-Elemente mit Filmsequenzen, Musik und einer Bildershow zusammengebracht werden müssen. Denn anders als bei gewöhnlichen Theaterstücken läuft die Handlung nicht nur auf der Bühne ab – immer wieder werden auf einer großen Leinwand zuvor aufgezeichnete, kurze Filme abgespielt. Und so beginnt das Stück nicht mit einem Schauspiel, sondern mit Filmaufnahmen aus Wörnitzost-heim: Mit ruhiger, teilweise ungewöhnlicher Kameraführung wird das Dorfleben charakterisiert, die Hauptdarsteller Anni, Jörg und Heinz werden erstmals vorgestellt. Erst in der zweiten Szene wechselt das Geschehen dann auf die „reelle“ Spiel-Bühne.

Idee einer Zeitreise entstand nach amerikanischem Vorbild

„Die Idee für unsere Zeitreise entstand nach dem Vorbild der Fernsehserie ‚How I met your Mother‘“, erklärt Andreas Wild, der im Projekt für Kameraführung und Schnitt zuständig ist. Denn wie in der US-amerikanischen Produktion spielt die Handlung nicht nur in der Gegenwart, sondern in unterschiedlichen Zeiten: „Wir wollten Vergangenheit, Gegenwart aber auch Zukunft der Feuerwehr schildern.“

Um dies besser darstellen zu können, wurden bei der Produktion verschiedene Medien genutzt – live gespielte Szenen wechseln sich im Stück mit Bildern und Filmen ab oder werden miteinander verknüpft: So zeigt beispielsweise ein schwarz-weißer und auf „alt“ getrimmter Filmausschnitt einige Szenen aus der historischen „Spritzaprob“, während das passende Gedicht im Hintergrund live vorgelesen wird.

Mit ihrer diesjährigen Produktion wagt die aus insgesamt sieben Hauptorganisatoren bestehende Gruppe nicht zum ersten Mal den ungewöhnlichen Schritt einer Multimedia-Inszenierung: Bereits 2004, anlässlich der 750-Jahr-Feier von Wörnitzostheim, wurde eine Zeitreise aufgeführt. „Der Erfolg von damals war es auch, der uns zu einem neuen Stück veranlasst hat“, erklärt Luff. Von der Idee einer erneuten Zeitreise habe man anfangs zwar Abstand nehmen wollen, „irgendwann habe wir uns aber doch dafür entschieden.“

Diesmal jedoch sollte nicht die Geschichte der Gemeinde, sondern – anlässlich des 125-jährigen Bestehens – die der Feuerwehr im Mittelpunkt stehen: Dabei wird die Gründungsversammlung von 1887 ebenso thematisiert wie Generationenkonflikte oder die aufkommenden Probleme des Ehrenamts in der Gesellschaft. „Uns war es wichtig, die Situation der Feuerwehr sowohl als Verein, aber auch als Kulturträger darzustellen“, sagt Wild.

Mehr als 50 Ortsbewohner sind an der Produktion beteiligt

Um die rund 90-minütige Darbietung perfekt zu inszenieren, wurden die ersten Vorbereitungen bereits vor zwei Jahren getroffen. Mit den Proben und Filmaufnahmen begannen Schauspieler und Organisatoren bereits im November vergangenen Jahres. Mehr als 50 Wörnitzostheimer jeder Altersgruppe spielten und spielen in der Produktion mit. „Bei etwa 190 Einwohnern eine richtig große Zahl“, erklärt Luff.

Ganz besonders erfreut sei die Gruppe dabei aber über die Eigendynamik gewesen, die sich während der Proben entwickelt hat: „Zum Beispiel, dass immer wieder eigene Ideen eingebracht wurden“, betont Christina Schmidt. Auch wenn anfangs Zweifel da gewesen seien, ob ein Projekt dieser Größenordnung überhaupt gestemmt werden kann: „Am Ende hat es allen Riesenspaß gemacht.“

Die Aufführung Das Stück „Fünf Generationen – eine Zeitreise“ wird einmalig am Freitag, 12. Juli, ab 21 Uhr, im Festzelt auf dem Feuerwehrfest in Wörnitzostheim aufgeführt. Der Eintritt ist frei.

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