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Konzert

07.06.2011

Klassik und Jazz in der Marienkirche

Christoph Heinrich, Thomas Höpfner und Bernd Fischer beim Konzert in Schmähingen.
Bild: Foto: privat

Drei junge Musiker mit Saxophon, Orgel und Schlagzeug in Schmähingen

Schmähingen Was die zahlreichen Besucher am Sonntagabend in der evangelischen Marienkirche zu hören bekamen, war ein Mix vom Feinsten aus alter und neuer Kirchenmusik, vorgetragen vom Trio H2F: Christoph Heinrich (Orgel), Thomas Höpfner (Schlagzeug) und Bernd Fischer (Saxophon). Das Programm überzeugte zum einen durch die interessante Auswahl der Stücke, zum anderen durch die hohe Qualität der Musiker.

John Rutter (*1945) gehört mittlerweile zu den Klassikern der neuen Kirchenmusik – bei der jüngsten Hochzeit im britischen Königshaus war auch ein Werk von ihm zu hören. So nutzt er in seiner „Suite Antique“ die barocke Form der Tanzfolge, unterlegt ihr aber seine Klangvorstellungen: ruhige Viertel im Prelude, spritzige Rhythmen im Ostinato, einen flotten Walzer mit gewagtem off-beat, dann ein Chancon mit einer einfühlsamen Melodie, abschließend ein Rondeau im Fünfertakt.

Hätte Johann Sebastian Bach (1685–1750) Saxophon und Schlagzeug schon gekannt, er hätte beide Instrumente sicher in seinen Werken verwendet. Aus der Triosonate in g-Moll (BWV 1020) erklangen die Sätze Allegro und Adagio. Die Bearbeitung von Kurt Walther ergänzten die Interpreten durch das Schlagzeug, die Melodielinien übernahm das Saxophon, die Orgel war teils begleitend, teils solistisch im Einsatz – die einfühlsame Interpretation erweckte den Eindruck, als wäre Bach selbst der Arrangeur gewesen.

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Der Spanier Pedro Iturralde (*1929), bekannter Jazz-Saxophonist, schuf eine „Suite Hellénique“ in fünf Sätzen, die alles beinhaltet, was zu einem mitreißenden Werk gehört: Feuriger Fandango, ruhig nachdenkliche Passagen, einen „Valse“, der zum Mitwiegen herausforderte, schließlich ein rhythmischer „Kalamatianos“, der keinen Zuhörer unberührt ließ.

Ganz anders die Musik von Jan Garbarek (*1947). Der Norweger, unter anderem als Kirchenmusiker tätig, lebt die eher stille Melancholie seiner Heimat auch in seinen Werken aus. „Gautes-Margjit“ basiert auf leeren Quinten im Orgelpart, überspannt von herrlichen Melodiebögen des Saxophons, unterlegt von ruhigen Rhythmen des Schlagzeugs, die den Blues-Charakter betonten. Ganz ähnlich auch im zweiten Werk, „Pygmy Lullaby“ einem afrikanischen Schlaflied.

Mit einem rhythmisch wie harmonisch äußerst schwierigen Werk von Barbara Dennerlein (*1964) mit dem Titel „Spiritual Movement“ endete das Programm. Dennerlein ist Konzertorganistin, die sich der modernen Orgelmusik verschrieben hat. Die drei Musiker konnten hier ihr Können in Solopassagen zeigen, allen dreien wird viel abverlangt bei diesem Spaziergang durch die Tonarten.

Bleibt zu sagen, dass alle drei Musiker voll überzeugen konnten. „Szenenapplaus“ wie auch Schlussapplaus unterstrichen dies. Bernd Fischer entlockte sowohl dem Sopran- wie auch dem Tenorsaxophon stets saubere, in allen Lagen klare und einfach „schöne“ Töne, Christoph Heinrich spielte sicher und souverän den Orgelpart und bediente sich treffend der Register, die ihm die Schmähinger Barockorgel bot, Thomas Höpfner unterlegte klar und abwechslungsreich, aber nie dominierend den Rhythmus der Werke.

Eine Zugabe durfte nicht fehlen: „Earth Song“ von Michael Jackson. Pfarrer Imrich brachte es in seinem Schlusswort auf den Punkt: „Wer an diesem Abend in der Schmähinger Marienkirche war, hat dies ganz bestimmt nicht bereut.“ (pm)

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