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28.07.2010

Mächtige Eiche wird gefällt

Diese Eiche in Utzmemmingen wird gefällt, weil sie vom Eichenprozessionsspinner befallen ist. Es ist nicht gelungen, die Insekten dauerhaft zu entfernen. Ein Kind klagt über Gesundheitsprobleme. Die Gemeinde Riesbürg sieht sich nun zum Handeln veranlasst. Im Dorf gibt es heftige Proteste dagegen. Foto: Bernd Schied
Bild: Bernd Schied

Riesbürg In der Utzmemminger Weilerstraße wird die rund 80 Jahre alte Eiche gefällt, weil sie vom "Eichenprozessionsspinner" befallen ist und deshalb nach Ansicht von Experten eine gesundheitliche Gefahr darstelle. Dies beschloss der Riesbürger Gemeinderat in nicht öffentlicher Sitzung. Bürgermeister Günther Neumeister gab das Votum im öffentlichen Teil bekannt und betonte, der Gemeinderat habe es sich bei der Beurteilung des Problems nicht leicht gemacht und alle Belange abgewogen. Letztlich seien die gesundheitlichen Aspekte ausschlaggebend gewesen.

Unterschriften gesammelt

Die Entscheidung löste heftige Proteste von Anliegern aus, die zur Sitzung gekommen waren. Rund 100 Unterschriften waren zuvor für den Erhalt der Eiche gesammelt worden. Sie sei historisch wertvoll, hieß es, und nach dem Ersten Weltkrieg als "Friedenseiche" gepflanzt worden, so eine weitere Begründung für den Erhalt. Man hätte versuchen sollen, das Insekt zu bekämpfen und nicht die Eiche zu beseitigen, lautete ein Kritikpunkt. Ein anderer Bürger regte sich darüber auf, dass die Gemeinde auf diejenigen reagiere, die am lautesten schreien würden. Die übrigen Anlieger seien "komischerweise" nicht geschädigt worden, hieß es zudem.

Neumeister wies die Vorwürfe mit Nachdruck zurück und sagte, dass nachweislich ein kleines Kind akute Atemnotanfälle durch die herumfliegenden Haare des Insektes erlitten habe, was durch ein ärztliches Attest belegt sei. Die Mutter des betroffenen Mädchens, die das Fällen des Baumes beantragt hatte, war bei der Sitzung anwesend und hatte zuvor im nicht öffentlichen Teil nochmals auf die Leiden ihrer Familie hingewiesen. Neben Atemnot seien starker Husten und Juckreiz hervorgerufen worden.

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"Gesundheit geht vor"

Gemeinderat und Feuerwehrkommandant Helmut Feige betonte, seine Kameraden hätten immer wieder die Nester in der Baumkrone beseitigt, "was jedoch nicht dazu geführt hat, dass der Prozessionsspinner verschwand". Gemeinderat Hanspeter Gruber (Goldburghausen) wies die Kritiker darauf hin, neutrale Experten, unter anderem aus dem Bereich des Naturschutzes, hätten auf die Gefahren hingewiesen, an denen man nicht vorbei komme. "Die Gesundheit eines Menschen ist mehr wert, als ein Baum", war dann auch der allgemeine Tenor des Gremiums. Als Eigentümerin des Baumes habe die Kommune die Verantwortung.

Forstdirektor Werner Vonhoff vom Forstamt in Bopfingen sagte gestern auf Anfrage der Rieser Nachrichten, seiner Auffassung nach müsse der Baum aus gesundheitlichen Aspekten weichen. Nicht zuletzt auch deshalb, weil teure "Bekämpfungsaktionen" nicht zu dem gewünschten Erfolg geführt hätten. Die Gesundheit der Menschen gehe in einem solchen Fall vor, so der Forstdirektor. (bs)

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