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Nördlingen

13.01.2021

Warum ein Mega-Zug durch das Ries fährt

Der Zug fährt Holzladungen nach Wilburgstetten. Einige Bürger warteten sogar auf diesen besonderen Transport.
Bild: Peter Tippl

Plus Einer der größten Zugtransporte der vergangenen Jahrzehnte war am Mittwoch im Ries unterwegs. In Zukunft könnte es häufiger dazu kommen.

Ein Zug mit einer Länge von 674 Metern und 3000 Tonnen Gewicht war angemeldet. Ein solcher Güterzug fuhr am Mittwoch durch das Ries. Was hat es damit auf sich?

Der Zug transportiert Holz zur Firma Rettenmeier nach Wilburgstetten. Es ist ein besonderer Transport, der entsprechende Voraussetzungen benötigt. Die beauftragte Transportfirma „Boxtango“ aus dem Raum Sigmaringen hat eine Lok der Baureihe „Eurodual“ hierfür bereitgestellt. Die Lokomotive wurde im spanischen Valencia entwickelt und ist seit einem Jahr für das deutsche Schienennetz zugelassen.

Mega-Zug transportiert Holz in großer Menge nach Wilburgstetten

Die moderne Lok zog die als „Revolution beim Holztransport per Bahn“ titulierten neuen „GigaWood-Waggons“ einer österreichischen Firma. Die neuen Waggons können 50 Prozent mehr Holz transportieren als herkömmliche Waggons. Durch den Einsatz von besonders breiten und hohen Rungen, den senkrecht stehenden Streben an den Ladeflächen, kann die Ladung um bis zu 50 Prozent erhöht werden.

Der Güterzug startete im Raum Nordhausen im Harz und passierte den Bahnhof Nördlingen am Mittwoch gegen 7.45 Uhr. Kurz vor 9 Uhr kam der Zug am Holzwerk in Wilburgstetten an. Laut Michael Frank von der Mittelfränkischen Eisenbahnbetriebs-Gmbh werden im ersten Quartal diesen Jahres im zweiwöchigen Rhythmus derart große Züge zum Holzwerk in Wilburgstetten kommen und ab April voraussichtlich jeden Mittwoch.

Wilburgstetten: Rettenmeier nimmt eine neues Sägewerk in Betrieb

Die enorme Anlieferung von Rundholz steht im Zusammenhang mit der Erweiterung des Holzwerks Rettenmeier, denn geplant war der erste Schnitt von Rundholz im neuen Sägewerk im Februar. Die Arbeiten seien, so Wilburgstettens Bürgermeister Michael Sommer, der sich die Einfahrt des „Riesenzuges“ wie zahlreiche Schaulustige nicht entgehen ließ, im Zeitplan. Voraussichtlich im Frühjahr wird das neue Sägewerk seinen Betrieb aufnehmen, hieß es.

Stephan Lang, Geschäftsführer von Rettenmeier teilt auf Anfrage unserer Redaktion mit, dass Holztransporte dauerhaft von der Straße auf die Schiene verlegt werden sollen. Das sei Teil der langfristigen Versorgungsstrategie, um das neue Sägewerk dauerhaft zu versorgen.

Hat der Zugtransport auch Auswirkungen auf Nördlingen?

Patrick Zeitlmann, Standortleiter der Bayernbahn in Nördlingen, rechnet nicht damit, dass die Holztransporte große Auswirkungen für die Bürger in Nördlingen haben, schließlich habe es bisher auch schon rund 550 Meter lange Züge gegeben.

Grundsätzlich sieht er den Transport als wichtig für den Bahnstandort Nördlingen an. Wären Pläne aus den 80er Jahren, den Bahnhof auf drei Gleise zu verringern, umgesetzt worden, wäre das heute nicht mehr möglich. Heute sei der Bahnanschluss ein wichtiger Standortvorteil. „Nördlingen ist ein Umschlagpunkt geworden“, sagt Zeitlmann und betont die Vorzüge für die Umwelt. Allein die Bayernbahn ersetze mit ihren Zügen 20.000 Lkw im Jahr.

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